Cisco: Hybrid Work funktioniert (noch) nicht

20. Juni 2022, 12:46
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Jeetu Patel, EVP und General Manager Security und Collaboration bei Cisco.

Tech-Pannen, Stress und die Frage des Vertrauens: Hybrid Work bleibt im New Normal eine grosse Herausforderung. Cisco will es richten.

Hybrid Work sei für alle anstrengend: für jene, die im Büro sind, und für jene, die von zu Hause aus arbeiten, sagte Jeetu Patel, Leiter des Security- und Collaboration-Geschäfts von Cisco. Der Übergang ins Homeoffice und zum remoten Arbeiten zum Beginn der Pandemie sei sehr gut gelaufen. Mit dem New Normal aber komme eine neue Herausforderung auf die Unternehmen und deren Mitarbeitenden zu, so Patel an der Konferenz Cisco Live.
Er geht davon aus, dass künftig in einem Grossteil aller Meetings mindestens eine Person remote zugeschaltet sein wird. Diese Personen zu integrieren, könne schwierig sein, glaubt Patel. Er illustrierte dies am Beispiel einer hybriden Sitzung, bei der das Team vor Ort beginnt, an einem Whiteboard zu arbeiten, die Leute zu Hause aber diese Notizen nicht sehen können. Kollaboration in hybriden Teams sei eine Herausforderung, was wiederum Innovationen erschwere.
Wir alle kennen die Videokonferenz-Müdigkeit, eine weitere Herausforderung des hybriden Arbeitens, wie Webex-CMO Aruna Ravichandran ergänzte. Eine andere Frage sei, wie man mit den nun umgestalteten Büros umgehen soll. Unternehmen wollen ihre Betriebskosten reduzieren und haben für Hybrid Work ihre Bürofläche reduziert. Was, wenn der Platz einmal nicht reicht – kann man Angestellte dazu zwingen, an gewissen Tagen im Homeoffice zu arbeiten?
Andere Fragen drehen sich um die sozialen Aspekte: Wie steht es um die mentale Gesundheit der Teams? Wie kann man eine Firmenkultur aufbauen und pflegen? Die kulturelle Transformation sei noch nicht überall so vollzogen, wie sie sollte, so Ravichandran. Damit meint sie unter anderem die Frage des Vertrauens. Firmenchefs oder Teamleader müssen darauf vertrauen können, dass ihre Angestellten im Homeoffice arbeiten, wie sie es auch vor Ort machen würden.

Integration von Monitoring-Tool Thousandeyes

Eine technische Panne bei einer Präsentation von Patel zusammen mit Todd Nightingale, Leiter von Cisco Enterprise Networking und Cloud, zeigte eine der Herausforderungen beim hybriden Arbeiten nur zu plastisch. Ziel wäre es gewesen, ein Team aus Oslo mit Webex an die Cisco Live mit ihren rund 16'000 Zuschauern nach Las Vegas zuzuschalten. Allerdings liess die Verbindung das Team in Norwegen ständig einfrieren.
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Die Cisco-Manager Todd Nightingale und Jeetu Patel kämpfen auf der grossen Bühne mit technischen Problemen.
Einigermassen souverän und mit viel Humor zeigten Nightingale und Patel den Webex Control Hub, das zentrale Management-Portal des Collaboration-Tools. Neu ist eine Integration der Monitoringsoftware von Thousandeyes. Dies solle IT-Admins bei der Diagnose von Qualitätsproblemen bei Videomeetings helfen. Das Problem des Calls war auf den lokalen ISP zurückzuführen, wie die Manager dem Publikum zeigten.
Dedizierte Hard- und Softwarelösungen
Mit People Focus soll die Erfahrung von Mitarbeitenden an entfernten Standorten in hybriden Meetings verbessert werden. Die Software zoomt dazu auf die einzelnen Gesichter von Teilnehmenden in einem Sitzungszimmer im Büro und bildet diese für die anderen Teilnehmenden in einer einzelnen Box ab – so, als ob jeder vor einer eigenen Kamera sitzen würde. AI-Tools sollen daneben die Audioqualität verbessern, etwa um Hintergrundlärm zu reduzieren. Weiter preist der Konzern Transkriptionen und Übersetzungen in Echtzeit an.
Dedizierte Webex-Hardware, so Ravichandran zu inside-it.ch, soll in jeder Situation die möglichst beste Erfahrung bei Videokonferenzen liefern. Cisco hat sein Portfolio an Collaboration-Geräten für das Büro und Homeoffice erweitert. Es umfasst unter anderem KI-gesteuerte Kameras, Konferenzraum-Kits, Desktop-Geräte, die Videokonferenzen ermöglichen, Headsets, digitale Whiteboards und mehr. Mit dem digitalen Whiteboard soll die gemeinsame Kollaboration in hybriden Umgebungen möglich werden. Teams vor Ort und in hybriden Settings sollen so an zentraler Stelle gemeinsam Notizen machen können.
Man wolle jede Art von Hardware anbieten, die ein Unternehmen benötigt, um einen Konferenzraum auszustatten, ein Büro mit Hot Desks einzurichten oder die Homeoffices der Mitarbeiter auszustatten, schloss Ravichandran. Ihr persönlich helfe eine kleine, in Webex integrierte App eines Drittanbieters bei der Videokonferenz-Müdigkeit. Die Thrive App zwinge sie schlicht dazu, zwischen Calls eine Pause einzulegen und ein paar Mal tief durchzuatmen.
Interessenbindung: Die Präsentation und Gespräche fanden im Rahmen der Konferenz Cisco Live in Las Vegas statt, zu der die Autorin vom Hersteller eingeladen wurde.

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