Der Berner Gemeinderat beantragt für die Software Citysoftnet einen Nachkredit von über 2,5 Millionen Franken beim Stadtrat, wie er mitteilt. Das Volk hatte im Jahr 2018 einem Kredit von knapp 15 Millionen Franken für diese Software zugestimmt.
Die Mitteilung folgt gut eine Woche, nachdem inside-it.ch
eine ausführliche Recherche zum Projekt der drei grössten Deutschschweizer Städte veröffentlicht hat, in der Bern die Budgetüberschreitung erstmals einräumt. Aus dieser geht hervor: Auch in Basel-Stadt dürfte das Projekt rund 2,4 Millionen Franken mehr kosten als einst geplant.
Gemeinsam mit den Städten Basel und Zürich lässt Bern eine Fallführungs-Software für die Sozialhilfe und den Kindes- und Erwachsenenschutz entwickeln. Aufgrund der "hohen Komplexität" und Verzögerungen resultierten Mehrkosten von insgesamt knapp 20 Millionen Franken für das Gesamtprojekt, so die Berner Stadtregierung weiter.
Bereits 2022 hätte das System in der dritten und letzten Stadt – Basel – eingeführt werde sollen. Dies geht aus den Ausschreibungsunterlagen hervor. Doch bis heute läuft in keiner der Städte eine Applikation, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurde.
Die Firma Emineo, welche die Software entwickelt, übernahm zwei Drittel der anfallenden Mehrkosten. Der Berner Anteil beläuft sich inklusive der Projektverzögerung auf gut 2,5 Millionen Franken, die das Parlament noch genehmigen muss. Basel rechnet mit rund 2,4 Millionen Franken zusätzlich. Aus Zürich hiess es hingegen zu inside-it.ch, das Budget reiche voraussichtlich aus.
Die drei Städte starteten im Jahr 2012 mit dem Projekt. Ein Jahr später erarbeiteten sie das Anforderungsprofil der neuen Software und die Ausschreibungsgrundlagen. Die Mehrkosten entstanden aufgrund der komplexen Prozesse und der regulatorischen Vorgaben im Sozialwesen. Zudem hätten sich seit dem Start des Projekts rechtliche Rahmenbedingungen, wie der Datenschutz, wesentlich verändert, war in der Mitteilung zu lesen.