Das Bundesamt für Informatik steckt 1,3 Millionen in seinen Chatbot

15. November 2022 um 09:58
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Robit spricht mehrere Sprachen.

Der Servicedesk des BIT arbeitet an der Grenze des Machbaren. Die Firma Innovation Process Technology soll nun den Chatbot "Robit" mit Künstlicher Intelligenz ausstatten, um die Mitarbeitenden zu entlasten.

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) bezahlt der Firma Innovation Process Technology (IPT) knapp 1,3 Millionen Franken für die Weiterentwicklung seines Chatbots "Robit". Der Auftrag wurde nicht offen ausgeschrieben, sondern freihändig an die Zuger Firma vergeben. Als Grund verweist das BIT auf das Beschaffungsgesetz, wo zu lesen ist: "Aufgrund der technischen oder künstlerischen Besonderheiten des Auftrags oder aus Gründen des Schutzes geistigen Eigentums kommt nur eine Anbieterin in Frage, und es gibt keine angemessene Alternative."
Innovation Process Technology habe die notwendige Expertise im Bereich KI, Machine Learning & Deep Learning bereits im einem Beratungsmandat zum Thema unter Beweis stellen können, schreibt das BIT im Zuschlagsentscheid. Aufgrund des weit fortgeschrittenen Standes des Projekts sei nur IPT mit seinem daraus gewonnen Wissen fähig, die Weiterentwicklung und die Verfügbarkeit in einer Übergangsphase sicherzustellen. Weitere Leistungen würden dann wieder offen ausgeschrieben.

Der BIT-Servicedesk bearbeitete letztes Jahr 130'000 Anfragen

Auf Anfragen präzisiert das Bundesamt, dass IPT 2019 einen Zuschlag für Innovationsdienstleistungen in für die Bundesverwaltung in einer offenen Ausschreibung gewonnen hatte. Das Beratungsmandat für Organisations- und Prozessmanagement hatte damals ein Volumen von rund 600'000 Franken. Es umfasste die Grob- und Feinkonzeptionierung für Robit NextGen. Es geht dabei vor allem darum, Machine-Learning-Aspekte zu integrieren. Diese sollen den Service-Desk beim BIT unterstützen, der an der Grenze des Machbaren arbeitet.
Gegen Ende 2020 hatte das Bundesamt seinen Chatbot in Betrieb genommen, er sollte den Mitarbeitenden in der Bundesverwaltung bei Störungen helfen. Das BIT erhoffte sich eine Entlastung des menschlichen Servicedesks durch Ratschläge für die Selbsthilfe aber auch dank besserer Support-Tickets. Würde nun die Realisierung verzögert, hätte das einen Mehrbedarf beim Support und Verzögerungen bei Störungen zur Folge, heisst es im Zuschlagsentscheid. Der Anstieg das Arbeitsvolumens ist gross, wie das BIT auf Anfrage erklärt: Jährlich seien die Anfragen um rund 7% gestiegen, so dass die Supportorganisation des BIT 2021 schliesslich über 130'000 Kundenanfragen bearbeitet habe.

Robit wird bei 70 Ämtern eingesetzt

Der Auftragsgewinner IPT zählt 180 Mitarbeitende an vier Standorten in der Schweiz. Zu den Kunden zählen die SBB sowie mehrere Schwergewichte aus dem Versicherungs- und Finanzsektor. In der Bundesverwaltung hat die Firma bereits für das Aussendepartement einen KI-basierten E-Mail-Bot für Supportanfragen entwickelt und implementiert. Die Summe von 1,3 Millionen Franken für den jüngsten Auftrag seitens des BIT ist aufgeteilt in einen Grundauftrag bis Ende 2024 und Optionen über 215'000 Franken.
Robit wurde seit der Inbetriebnahme 2020 stetig weiterentwickelt. Der Chatbot kommuniziert nun in mehreren Sprachen und verfügt in Vorbereitung auf einen Einsatz von KI bereits heute über Freitextfelder. Er ist bei 70 Ämtern im Einsatz.

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