470 Schweizer Bibliotheken lancieren gemeinsame Plattform

1. Dezember 2020 um 15:20
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Auf der digitalen Plattform Swisscovery werden bald über 3 Milliarden wissenschaftliche Artikel und Bücher zugänglich.

Die Rechercheplattform Swisscovery wird am 7. Dezember aufgeschaltet. Damit erhalten Nutzer von Bibliotheken neu Zugriff auf den gesamten Bestand wissenschaftlicher Informationen aus aktuell 470 Bibliotheken in der Schweiz, wie die Swiss Library Service Platform (SLSP) mitteilt.
Die digitale Plattform verzeichnet nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 40 Millionen Bücher, Serien, Zeitschriften und Non-Book-Materialien sowie mehr als 3 Milliarden elektronische Artikel. "In keinem anderen Land arbeiten Bibliotheken im vergleichbaren Ausmass zusammen", wird SLSP-Direktor Thomas Marty in einer Mitteilung zitiert.
Die neue Dienstleistung soll Recherchieren und Ausleihen einfacher machen: Finden Nutzerinnen oder Nutzer im Suchportal ein für sie interessantes Buch, können sie sich dieses via Kurierdienst in ihre Bibliothek liefern lassen – teilweise kostenlos. Ebenso würden Benutzerkonten, Gebühren und die Ausleihfristen für alle angeschlossenen Bibliotheken harmonisiert. 
Die neue Plattform ersetzt die bisherigen Bibliotheksverbunde und -Rechercheportale wie Nebis.

Dienstleistungen für mehrere Tage unterbrochen

Allerdings sind während der Umstellungsphase ab dem 2. Dezember für mehrere Tage keine Ausleihen, Bestellungen, Kopien oder Rückgaben möglich. Zudem müssen sich Nutzerinnen und Nutzer neu für Swisscovery registrieren. Das werde voraussichtlich etwa 800'000 Personen betreffen, sagte Marty gegenüber der Nachrichtenagentur 'Keystone-sda.
Für die Registrierung braucht es eigentlich eine E-Mail-Adresse. Für Leute, die keine besitzen, sei es auch möglich, sich lokal bei der Bibliothek anzumelden, sagte der SLSP-Direktor. Der Nachteil: Ein Zugriff auf das gesamte, schweizweite Sortiment sei dann nicht möglich. Marty bezeichnet dies als eine Art "Notlösung", da die Dienstleistung vor allem auf akademisches Publikum zugeschnitten sei.

Weitere Bibliotheken sollen dazu stossen

Derzeit seien wissenschaftliche Bibliotheken an Swisscovery angeschlossen, so die SLSP. Die nicht gewinnorientierte Organisation prüft nun die Möglichkeit, die Plattform auf weitere Bibliotheken auszuweiten. Die SLSP wurde 2015 von 15 Hochschulen ins Leben gerufen.

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