Die SAP-Datenmigration beginnt beim Bund Anfang Juli

1. Juni 2021 um 13:18
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IBM beginnt laut Zuschlag am 1. Juli mit den Spezifikationen als Teil des Riesenprogramms Superb.

Im Rahmen der SAP S/4Hana-Migration des Bundes namens "Superb" werden regelmässig Ausschreibungen und Zuschläge erteilt, denn das Riesenprogramm wird in Einzelprojekten realisiert. Damit soll laut den Beschaffern die Komplexität in kleinere und somit überschaubare Vorhaben aufgeteilt werden, "um Risiken zu minimieren und die Effizienz zu steigern".
Erst kürzlich erfolgten Zuschläge für Superb-SAP-Aufträge für Summen von bis zu 29 Millionen Franken. Nun hat das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) publiziert, wer die "operative Datenmigration der Bewegungs- und Stammdaten sowie historischen Daten vorbereitet, realisiert, testet, in Betrieb nimmt und den anschliessenden Betrieb für einen kurzen Zeitraum betreut": Es ist IBM, welche sich im offenen Verfahren gegen 2 Konkurrenten mit einer Offerte über 5,3 Millionen Franken durchgesetzt hat.
Viele Firmen kamen nicht für die Eingabe in Frage, suchte das BIT doch einen Lieferanten, welcher über ein weltweites SAP-Partnernetzwerk verfüge und eine entsprechende Unternehmensgrösse aufweise, wie es in der Ausschreibung heisst.
Man benötige einen "hoch spezialisierten SAP-Experten inklusive Tool und SAP Boardmittel", schreiben die Beschaffer. Zur Offertstellung gehörte es auch, in einem POC aufzuzeigen, wie die Funktionsweise und das Vorgehen einer Datenmigration von der aktuellen ECC6.0-Lösung auf SAP S/4Hana angedacht ist.
"Die Arbeiten am Migrationskonzept im 1. bis 3. Quartal 2020 für Superb haben gezeigt, dass die Anforderungen an die Migration spezifischer gestellt werden müssen sowie die Anbieter über ein geeignetes Tool für die operative Migration verfügen müssen", präzisiert das BIT diese Ausschreibung, denn das Amt hatte früher schon Migrations-Dienstleistungen ausgeschrieben.
Scrum- und SAFe-Erfahrungen werden beim Lieferanten ebenfalls vorausgesetzt.
Im Rahmen des Programms Superb müssen bestehende und eventuell auch neue Prozesse, Daten (Bewegungs- und Stammdaten) und Geschäftsfälle aus den heute im Einsatz stehenden SAP-Systemen auf neue S/4-Systeme migriert werden. Die Datenmigration für Superb – früher zu optimistisch "Superb23" genannt – soll nun bis Anfang 2024 abgeschlossen sein. Weitere Programmteile bis 2025.

"Merkliche Effizienzsteigerungen ab Ende 2026"

Laut Ausschreibung beginnt das Projekt am 1.7. und die Deadline der Spezifikationsphase ist Ende 2021, diejenige der Implementierungsphase (Programmierung der Migrationswerkzeuge, 3 Testmigrationen, Erstellung des Cutover-Plans) Dezember 2023 und der Go-Live soll nun vom 1.12.2023 bis zum 01.04.2024 stattfinden, dies inklusive Hypercare.
Anfang 2025 dann sollen laut BIT sämtliche SAP-Systeme des Bundes auf S/4 Hana laufen, inklusive deren Software, welche für die Abwicklung der Supportprozesse eingesetzt werden. Zudem soll die Anzahl der SAP-Individuallösungen beim Bund bis dahin von aktuell 800 auf maximal 200 sinken und sämtliche IKT-Anwendungen, welche die Supportprozesse nutzen, sollen über maximal 8 standardisierte Schnittstellentypen angebunden sein.
Ende 2026 sollen wegen Superb dann "merkliche Effizienzsteigerungen" in den Departementen messbar sein. Die voraussichtlichen Kosten für das Programm Superb belaufen sich laut Bund auf rund 485 Millionen Franken für die Jahre 2020 bis 2027.

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