Die SBB hat ihre Public-Cloud-Anbieter gewählt

24. Januar 2020 um 15:26
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Rahmenverträge der Bundesbahnen bis 100 Millionen Franken gehen an AWS, Microsoft und IBM. Was ist mit Google, Oracle und Swisscom?

Im Herbst 2019 hat die SBB im Rahmen ihrer "Hybrid-Multi-Cloud"-Strategie Anbieter für Public Cloud Services gesucht. Die Workloads sollen zu einem "erheblichen Teil" vom heutigen Private-Cloud-Anbieter auf Public-Cloud-Anbieter übergehen, so die Ausschreibungsunterlagen. 
Eingegangen sind im selektiven Verfahren drei Angebote mit einer Preisspanne von 39 Millionen bis 101 Millionen Franken. Alle drei offerierenden Firmen erhalten einen Zuschlag. Es handelt sich um Microsoft, AWS und IBM. Die Rahmenverträge laufen ab März 2020 über fünf Jahre und können optional fünfmal um ein Jahr verlängert werden.

Maximal fünf Anbieter durften offerieren

Im Mai 2019 hatte die SBB noch strategische Partner gesucht, die Know-how in den Services von AWS und Azure aber auch von Google Cloud mitbringen. Nun fehlt Google bei den Zuschlagsempfängern, aber auch Oracle und Swisscom tauchen nicht auf. Haben sie nicht mitgeboten?
SBB-Sprecher Daniele Pallecchi erklärt gegenüber inside-it.ch, dass "maximal fünf Lieferanten für die Angebotsphase zugelassen" wurden. Weitere Angaben macht der Bahnkonzern nicht.
Auf Anfrage schreibt Swisscom-Mediensprecherin Annina Merk: "Swisscom hat an der Ausschreibung nicht teilgenommen. Die Ausschreibungskriterien waren für grosse, globale Player ausgelegt."
Google hält sich derweil bedeckt und erklärt lediglich, dass man zu möglichen Geschäftsbeziehungen keine Stellung nehme. Seitens Oracle heisst es ebenfalls: "Wir kommentieren allgemein weder Ausschreibungen noch den Gewinn von Kunden."

Die vielen Kriterien für die Anbieter

Es seien nur Lieferanten zur Angebotsabgabe zugelassen worden, welche die Gesamtheit der Eignungskriterien erfüllt haben, heisst es von der SBB.
Der Anforderungskatalog war derweil umfassend: Zu den Kriterien zählt, dass die Anbieter mindestens drei Kunden mit Hauptsitz in Europa haben müssen, mit denen in den letzten 12 Monaten ein Umsatz von je mindestens einer halben Million Franken mit Public-Cloud-Leistungen erzielt wurde. Zudem sollten zwei Referenzkunden in der EU oder Schweiz mit mindestens 5000 Angestellten genannt werden, denen Services über je mindestens 20'000 Franken geliefert wurde in den Bereichen: Relational Database Services, Machine Learning, IoT und Container Services.
Alle im as-a-Service-Modell bezogenen Dienste müssen die Cloud-Standards gemäss NIST erfüllen: On-demand Self-Service, Broad Network Access, Resource Pooling, Rapid Elasticity und Measured Service. Zudem werden fünf Security-Zertifizierungen verlangt. Die Services sollen an mindestens einem georedundanten Standort in der EU oder Schweiz geleistet werden, der bereits für Public Cloud Services aktiv genutzt wird.

Das grosse Leistungsportfolio soll auf Abruf bereit stehen

Die SBB erwartet neuste Technologien und Services in den Bereichen IoT; Big Data; AR und VR; KI, ML und Analytics; Blockchain; Mobile Services; Container; Streaming; DBaaS; Function-as-a-Service und API-Management. Weiter erhofft sich die SBB "ausgereifte und umfangreiche" Services in Sachen Cyber Defence, Security, Monitoring und Developer Tools. Zudem soll der Anbieter IaaS- und PaaS-Angebote in den Bereichen Computing, Storage, Network und Middleware mitbringen. Abgerundet werden soll das Paket durch Beratungs- und Supportleistungen sowie eine öffentlich zugängliche Dokumentation.
Die Leistungen müssen in kurzer Frist bereitgestellt werden können. Welche dies konkret sind, werde die SBB von Fall zu Fall entscheiden, so Pressesprecher Pallecchi.
Update 28. Januar: Artikel mit kurzem Statement von Oracle ergänzt.

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