E-Banking und Bancomaten von UBS Schweiz waren lange down

9. Januar 2020 um 16:19
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"Das ist der Gau", sagt uns ein Spezialist für Banking-IT und erklärt, was man zum mehrstündigen Ausfall vermuten darf.

Mehrere IT-Systeme der UBS waren seit dem frühen Vormittag von einem Ausfall betroffen. Eine UBS-Sprecherin bestätigte auf Anfrage, dass sowohl das E-Banking für private und institutionelle Kunden als auch Mobile Banking seit dem frühen Vormittag nicht mehr verfügbar waren. Ebenso betroffen waren bei unserem Site-Besuch der Dienst "UBS Connect" für externe Vermögensverwalter, der digitale "UBS Safe" sowie UBS Quotes. Nicht zuletzt fielen auch diverse Bancomaten aus.
Das Login zum Service "Immo Check" hingegen ergab keine Fehlermeldung.
Es sei ein "Grossausfall", schreibt 'Inside-Paradeplatz' und verweist auf eine Einschätzung als "Severity Code 2", aber ohne Quellangabe. Das ist kein Fachausdruck und könnte ein UBS-internes Synomym für "Gau" sein, wie uns ein Spezialist für Banking-IT sagt. Er will nicht namentlich genannt werden.
Laut 'NZZ' ist es auch die UBS-Sicht, der Ausfall sei "gröber". "Das ist ein Gau für eine Retailbank. Das ist äusserst unangenehm und der Incident geht oft hoch bis zum CEO", sagt zumindest unser Experte .
Die Probleme scheinen etwa um acht Uhr schon virulent gewesen zu sein. Am späteren Vormittag hatten die UBS-Verantwortlichen offenbar die Ursache in den eigenen Systemen identifiziert, gegen Mittag funktionierten vorerst die Bancomaten wieder. Die Logins zu E-Banking, UBS Safe, Connect und Quotes-Login waren am früheren Nachmittag wieder möglich.
"Alle Banksysteme laufen wieder uneingeschränkt", meldete UBS am Nachmittag dann.
Die Grossbank betonte, dass nicht eine Cyber-Attacke die Probleme verursacht hätten. Eine "technische Komponente am Hauptrechner der Bank" sei verantwortlich. Der Experte erklärt unabhängig davon: "Die ausgefallenen Services haben per se technologisch nichts miteinander zu tun. Die Protokolle von E-Banking und Bancomaten funktionieren auf anderen Technologien."
Konkreteres konnte oder wollte die UBS bis Redaktionsschluss nicht bekanntgeben. Laut dem IT-Spezialisten könnte der Ausfall mit einer zentralen Netzwerk- oder Infrastruktur-Komponente zusammenhängen. Das könne beispielsweise ein Entry-Service, ein Problem in einem Host-System oder auch eine Firewall-Komponente sein.
Kritik an den UBS-Informatikern lässt der Experte ohne weitere Kenntnisse der Faktenlage nicht gelten. "Die heutige, moderne Bankenarchitektur ist eine hoch komplexe Angelegenheit, die UBS-Engineers sind keine Idioten. Der Ausfall zeigt, dass die Verfügbarkeit digitaler Prozesse heute den Lebensnerv bildet. Darum ist es eminent wichtig, dass man eine resiliente Architektur hat, die verfügbar ist und sicher."

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