Elasticsearch und Kibana erhalten Lizenzierungs-Änderungen

18. Januar 2021 um 15:31
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Goodbye Apache 2.0, hello SSPL, kündigt Elastic an. Obwohl SSPL umstritten ist, wie MongoDB lernen musste.

Die Version 7.11 der verbreiteten Search Engine Elasticsearch sowie das darauf aufbauende Analyse-Dashboard Kibana wechseln auf eine nicht-freie Lizenz.
Der Hauptentwickler Elastic teilt mit, man werde die derzeit gültige Apache-2.0-Lizenz nicht mehr verwenden, sondern die 2018 von MongoDB entwickelte Server Side Public License "SSPL" nutzen.
Weiterhin erhalten bleibt die bis jetzt verfügbare kommerzielle Elastic License.
"Diese Lizenzänderung stellt sicher, dass unsere Community und Kunden freien und offenen Zugang haben, um den Code zu nutzen, zu modifizieren, weiterzugeben und gemeinsam daran zu arbeiten. Sie schützt auch unsere kontinuierlichen Investitionen in die Entwicklung von Produkten, die wir kostenlos und offen verteilen, indem sie Cloud-Service-Anbieter daran hindert, Elasticsearch und Kibana als Service anzubieten, ohne einen Beitrag zu leisten."
Gemeint mit dem Vorwurf "Kosten sozialisieren, Gewinne privatisieren" ist offenbar insbesondere AWS gemeint, auch wenn die Firma im Blog-Post von Elastic nicht explizit erwähnt wird. Der Konzern müsste künftig wohl den Code des eigenen Hosting-Angebots offen legen. Er bietet eine Apache 2.0-lizenzierte Distribution von Elasticsearch mit eigenen Features auf Enterprise-Level.
AWS hat mehrfach die Kritik zurückgewiesen, das Unternehmen würde Open-Source-Softwareprojekte für ihre Innovationen "ausbeuten".
Die SSPL erlaube die freie und uneingeschränkte Nutzung sowie Modifikation, "mit der einfachen Voraussetzung, dass Sie, wenn Sie das Produkt als Dienstleistung anbieten, auch alle Modifikationen sowie den Quellcode Ihrer Management Layer unter der SSPL öffentlich freigeben müssen", heisst es bei Elastic.
Allerdings ist SSPL nicht unumstritten. So hatten die Linux-Distributionen Red Hat Enterprise Linux und Fedora MongoDB nach dem Wechsel zur SSPL fallen gelassen, da sie Bedenken hatten. Tom Callaway, Technical and Community Outreach Program Manager von Red Hat, hatte Anfangs 2019 laut 'zdnet' erklärt, dass MongoDB aus Fedora Linux geworfen werde: "Es ist die Überzeugung von Fedora, dass die SSPL absichtlich so gestaltet ist, dass sie eine bestimmte Klasse von Benutzern aggressiv diskriminiert".
Es könnte sein, dass AWS denselben Entscheid trifft.

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