Google beerdigt das Projekt "Dragonfly", in dessen Rahmen eine zensurierte Suchmaschine für Google entwickelt werden sollte. Dies gab der Google-Manager Karan Bhatia während einer Anhörung des US-Senatsausschusses für Justiz laut Medienberichten bekannt.
Dass Google an einer zensurierten Suchmaschine für China arbeitet, wurde
im August 2018 durch 'The Intercept' bekannt gemacht. Das Projekt wurde heftig kritisiert – sowohl intern als auch extern. Menschenrechtsorganisationen sprachen von einem Angriff auf die Informationsfreiheit. Über 1400 Google-Mitarbeitende haben ihre Bedenken bezüglich des Dragonfly-Projekts in einem offenen Brief geäussert.
CEO Sundar Pichai versuchte anschliessend zu beschwichtigen. Das Projekt sei kaum fortgeschritten und man sei "nicht kurz davor ein Search-Produkt" in China auf den Markt zu bringen. Er schloss aber nicht aus, dies künftig zu tun. Ähnlich formulierte er es in einer Anhörung im
Kongress im Dezember 2018: "derzeit" habe man keine entsprechenden Pläne.
Im Senatsausschuss sagte Bhatia, Vice President für Public Policy bei Google, nun, dass die Bemühungen von Google, eine Suche für den chinesischen Markt zu bieten, aufgegeben worden seien. "Wir haben das Projekt Dragonfly beendet", wird er von
'Buzzfeednews' zitiert. Gegenüber der Newsplattform betont Google ausserdem, dass man den Entscheid schon länger gefällt habe und die Teammitglieder an anderen Projekten arbeiten würden. Das Unternehmen verwies auf einen
'Verge'-Artikel vom März 2019. In diesem wird Google-CEO Pichai mit den Worten zitiert, dass man "derzeit keine Pläne" habe, eine Suchmaschine auf den chinesischen Markt zu bringen. Den Google-Mitarbeitenden war dies zu wenig, weil das Management nicht explizit äusserte, dass man auch für die Zukunft keine solchen Pläne hege. (kjo)