Googles Chinaprojekt stösst auf internen Widerstand (Update)

17. August 2018 um 07:47
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Mehr als 1000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet.

Mehr als 1000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet.
Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden. Nur wenige Mitarbeiter seien eingeweiht.
Die Angestellten argumentierten weiter, dass es unklar sei, ob das Projekt gegen die Ethik-Regeln des Unternehmens verstosse, die besagten, dass Google keine Dienste anbietet, die zu Verletzungen von Menschenrechten führen.
Bereits Anfang August hatten Aktivisten und Menschenrechtler mit Empörung reagiert, als mehrere US-Medien über Googles neue China-Pläne berichteten.
Die zensierte Suchmaschine für das mobile Betriebssystem Android würde demnach in China gesperrte Webseiten und Suchanfragen etwa nach Menschenrechten, Demokratie, Religion oder friedlichen Protesten aussortieren.
Strikte Zensurvorschriften in China
Damit entspreche sie den strikten Zensurvorschriften der kommunistischen Führung in Peking. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem "schweren Angriff auf die Informationsfreiheit". Der Konzern hat die China-Pläne bisher nicht bestätigt.
Google ist in China gesperrt, weil es sich der Zensur zumindest bisher nicht beugen wollte. Das Unternehmen hatte sich daher 2010 aus dem Markt zurückgezogen. Der Konzern sucht aber nach einem Zugang zu dem weltgrössten Internetmarkt mit 730 Millionen Internetnutzern. Eine zensierte Suchmaschine würde eine Wende in Googles Chinapolitik darstellen.
China sperrt nicht nur Google und seine Dienste wie die Suchmaschine oder den E-Mail-Dienst Gmail. Auch soziale Medien wie Facebook, Twitter oder YouTube und WhatsApp sind geblockt – ebenso Nachrichtenseiten der "New York Times", des "Wall Street Journals" und politisch heikle oder chinakritische Webseiten.
In einem separaten Fall hatte Google kürzlich angekündigt, aus einer Kooperation mit dem US-Verteidigungsministerium auszusteigen. Tausende Mitarbeiter hatten zuvor eine interne Petition unterschrieben, das Drohnen-Projekt "Maven" zu beenden. (sda / hc)
Update:
Google-Chef Sundar Pichai hat im Streit über umstrittene Pläne für eine chinesische Suchmaschine seinen Mitarbeitern Transparenz zugesagt. Es sei "sehr unklar", ob der US-Konzern überhaupt einen solchen Dienst in China anbieten könne oder werde, sagte Pichai am Donnerstag vor Mitarbeitern. Google werde auf jeden Fall transparent vorgehen, versprach er. (sda / hc)

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