Kanton St.Gallen will Leader in angewandter KI werden

18. März 2021 um 13:51
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An der Ostschweizer Fachhoch­schule soll künftig jeder Studierende die Grundlagen von KI lernen. Auch die Bevölkerung will man begeistern.

Mit einer total 100 Millionen Franken schweren IT-Bildungsoffensive (ITBO) wollen der Kanton St.Gallen und die Wirtschaft den Standort und die Bevölkerung für die digitalisierte Ära fit machen. Nach einer klar gewonnenen Volksabstimmung 2019 zu damals noch abstrakt wirkenden Vorhaben stelle er heute fest, dass die Entwicklung "ein Stück weit berauschend" sei, es herrsche gar "Euphorie bei allen", sagte Regierungsrat Stefan Kölliker, Vorsteher Bildungsdepartement, vor Medien.
Heute stellte er gemeinsam mit Vertretern der neuen Ostschweizer Fachhochschule (OST) ein neues von total 22 Teilprojekten der ITBO vor: Ein "Interdisciplinary Center for Artificial Intelligence" (ICAI), das an allen Standorten der OST angesiedelt ist.
Das Konzept sei neuartig und bis anhin für Schweizer Fachhochschulen einzigartig, erklärte Professor Guido Schuster, Leiter des ICAI. Ziel sei es, dass künftig jeder FH-Abgänger – unabhängig vom Fachgebiet – die Grundlagen von KI verstehe.
KI sei eine derartig bedeutende Technologie, dass sie künftig in unterschiedlichsten Berufsfeldern eingesetzt wurde. Er verglich KI gar mit einem "Quantensprung in der Menschheitsgeschichte vergleichbar mit der Erfindung von Strom".
Dabei will die OST nicht mit teurer Spitzenforschung punkten, sondern Grundlagenforschung und die Praxis in der Ostschweizer Wirtschaft und Gesellschaft verbinden. Seitens lokalen KMU bestehe grosses Interesse am Thema, manche hätten beispielsweise bereits Maschinen, die IoT-fähig seien, aber die Firmen wüssten noch nicht, was mit Datenanalyse und KI möglich sei.
Ein konkret vorgestelltes Beispiel zeigte, wie 6 Kameras mit KI einen Patienten bei seinen Physiotherapie-Übungen anleitet und kontrolliert. Dies sei effizienter und billiger als wenn ein Physiotherapeut dem Patienten zuschaut oder dieser die Übungen daheim mache, hiess es.

Auch negative Konsequenzen sollen erforscht werden

"Als künftige Fachkräfte sollen alle Studierenden den Einsatz von AI in den KMUs, der Verwaltung und weiteren Institutionen der Ostschweiz einschätzen, anregen und begleiten können", heisst es.
An der OST soll aber durchaus auch zu negativ empfundenen Konsequenzen der Automatisierung durch KI geforscht werden, beispielsweise zu Job-Verlusten beziehungsweise Veränderungen, wurde am Medienevent auf die Frage eines Journalisten festgehalten.
Man wolle zum Schweizer Leader in angewandter KI werden, so der Leiter des ICAI an der fusionierten FH. Damit dies gelingt, soll sich vermutlich ab Herbst 2022 jeder FH-Studierende mit KI beschäftigen. 
Die OST plant ein KI-Grundlagen-Modul, will die Technologie in bestehende Studiengänge integrieren und Studierende in St.Gallen, Buchs und Rapperswil sollen einen IT-affinen Studiengang mit KI als Thema besuchen können. Bis dahin aber müssen zuerst die OST-Dozenten entsprechend geschult werden und ihre Inhalte entwickeln können.
Mit öffentlichen Vorträgen, einer KI-Tagung und einem jährlichen Hackathon soll nicht zuletzt auch die Bevölkerung von der OST für KI begeistert werden.

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