Meta baut sich einen Super-KI-Computer

25. Januar 2022 um 13:52
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Die Maschine des Facebook-Mutterkonzerns soll der schnellste für KI-Training eingesetzte Supercomputer der Welt werden und unter anderem dabei helfen, bessere "Wachhund-KIs" für soziale Netzwerke und das zukünftige Metaverse zu entwickeln.

Der Facebook-Dachkonzern Meta hat bekannt gegeben, dass er an einem äusserst leistungsfähigen Computer arbeitet, der dazu dienen soll, die nächste Generation von KI-Anwendungen zu entwickeln. Der AI Research SuperCluster (RSC) werde, so glaube man bei Meta, wenn er Mitte dieses Jahres fertiggestellt sein wird, der schnellste für KI optimierte Supercomputer der Welt sein. Schon im jetzigen Bauzustand gehöre er bereits zu den schnellsten Computern dieser Art.
Zukünftige KI-Anwendungen, so argumentiert Meta, müssten Trillionen Operationen pro Sekunde durchführen können, damit man KI-Modelle in vernünftiger Zeit mit Billionen von Beispielen füttern und trainieren kann. Solche umfangreichen Modelle könnten dann beispielsweise hunderte von Sprachen und Dialekten erkennen und übersetzen, Simultanübersetzungen für virtuelle Meetings mit Teilnehmern aus vielen Ländern machen, Texte, Bilder und Videos in Echtzeit analysieren und vieles mehr.
Solche umfangreichen KI-Fähigkeiten brauche es unter anderem, so Meta, um Facebook und Metas andere soziale Netzwerke vor "heiklen Inhalten" (harmful content) jeder Art zu schützen. Dafür brauche man beispielsweise die Fähigkeit, gesprochene Sprache auch unter schwierigen Umständen, zum Beispiel mitten im Lärm einer Party, erkennen und analysieren zu können.
Auch das zukünftige Metaversum, die virtuelle 3D-Welt von der Meta-Chef Mark Zuckerberg träumt, soll von solchen KIs lückenlos überwacht werden.
Interessant ist, dass Meta Gesichtserkennung beziehungsweise die Erkennung von Individuen aus der Liste der Dinge, zu denen die zukünftigen KIs fähig sein sollen, weglässt. Vor rund zwei Monaten hat Facebook bekannt gegeben, dass man zumindest vorerst komplett auf den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie verzichten wolle. 

Die Hardware

Facebook beziehungsweise jetzt Meta investiert seit rund 10 Jahren ernsthaft Geld in Forschung und Entwicklung im Bereich KI. Auch eigene spezialisierte Hardware hat Facebook dafür schon entwickelt. Mit dem RSC wolle man aber nun einen Schritt weitergehen. 2020 habe man sich dazu entschlossen, eine von Grund auf neue Architektur zu designen, um die allerneuesten GPU- und Netzwerktechnologien nützen zu können.
Für die Entwicklung des RSC hat Meta mit Nvidia, Pure Storage und Penguin Computing zusammengearbeitet. Als Knotenpunkte verwendet der RSC im jetzigen Bauzustand 760 DGX A 100-Computer von Nvidia, die ihrerseits mit je 8 GPUs bestückt sind. Insgesamt weist das System also gegenwärtig 6080 Nvidia-GPUs auf. Die Nodes kommunizieren über 1600 Gb/s Infiniband. Als Massen- und Zwischenspeicher verwendet der Cluster Flasharrays von Pure Storage mit einer Kapazität von 175 Petabyte, 46 Petabyte Cache-Speicher von Penguin-Computing sowie Flashblades von Pure Storage mit einer Kapazität von 10 Petabyte.
Wenn der Cluster Mitte Jahr komplett ist, soll er insgesamt 16'000 GPUs aufweisen. Das Caching- und Storage-System sei darauf ausgelegt, das System mit 16 Terabyte Trainingsdaten pro Sekunde füttern zu können. Für später plane man, dies sogar auf bis zu 1 Exabyte pro Sekunde zu erhöhen.
Wie erwähnt, sagt Meta, dass dies der schnellste KI-Supercomputer der Welt sein wird. Gegenwärtig macht Meta allerdings nur Leistungsvergleiche mit seinen eigenen Hochleistungsclustern der Vorgängergeneration, so dass dieser Anspruch schwer einzuschätzen ist.

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