Post kauft die E-Voting-Plattform von Scytl

19. Mai 2020, 15:54
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Der spanische E-Voting-Lieferant ist konkurs. Die Post macht nun alleine weiter.

Scytl, der Entwickler des von der Post in den letzten Jahren getesteten E-Voting-Systems für die Schweiz, musste letzte Woche in Spanien Konkurs anmelden. Der Schuldenberg von mindestens 75 Millionen Euro wurde zu gross für das spanische Unternehmen. Nachdem der Kanton Genf die Entwicklung einer eigenen E-Voting-Plattform aufgegeben hatte, war die Scytl-Plattform der Post die einzige, die in der Schweiz übrig blieb.
Das Aus für Scytl bedeutet aber noch nicht das endgültige Aus für die aktuelle E-Voting-Plattform der Post. Letztere hat Scytl nämlich bereits im April die Rechte am System abgekauft, wie 'Nau.ch' und 'Watson' übereinstimmend berichten (und übereinstimmend hart kritisieren).
Gemäss 'Nau.ch' wurde der Kauf der Rechte durch Post-Sprecher Erich Goetschi bestätigt. Den Kaufpreis wollte er nicht verraten. Die Post will das Scytl-System nun offensichtlich in Eigenregie weiterentwickeln. Post-Sprecher Oliver Flüeler schrieb 'Watson' in einer Stellungnahme: "Die Post ist bereits seit letztem Jahr daran, ihr E-Voting-Entwicklungsteam schrittweise auszubauen"
Fraglich scheint allerdings, ob die Post das Vertrauen in diese E-Voting-Plattform wiederherstellen kann. Ein Public Intrusion Test hatte Anfang 2019 einige Sicherheitsmängel zutage gefördert. Diese waren so schwerwiegend, dass sich der Bundesrat vor rund einem Jahr dazu entschied, E-Voting vorerst nicht als ordentlichen Stimmkanal zuzulassen. Bis Ende dieses Jahres soll ein neues Konzept ausgearbeitet werden.

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