So viel kostete das gescheiterte Genfer E-Voting-Projekt

11. Juni 2021 um 14:21
  • e-government
  • parlament
  • schweiz
  • e-voting
image

Mehrere Millionen muss der Kanton abschreiben. Man fühlt sich von anderen Kantonen im Stich gelassen.

Anfang Juni 2021 lehnten National- und Ständerat eine Genfer Standesinitiative von 2019 ab. Darin hatte der Westschweizer Kanton gefordert, ein Gremium für die Weiterentwicklung eines E-Voting-Systems einzusetzen, das auf der Genfer Open-Source-Lösung aufbaue.
Der Kanton Genf hatte seinem Parlament bereits zuvor die Kosten für das Projekt E-Voting offengelegt. Vorgesehen war für die Plattform "CHVote" ein Budget von 4'740'000 Millionen Franken.
2015 habe Genf seinen damaligen Partnern (Basel-Stadt, Bern und Luzern) eine erste Ebene mit individueller Überprüfbarkeit zur Verfügung gestellt, erklärten Vertreter des kantonalen IT-Amts der zuständigen Kommission. Diese Arbeiten seien auf der Grundlage von Ausschreibungen verschiedener Kantone wie Aargau und St. Gallen weitergeführt worden, die Genf gewann. Das Ziel sei es gewesen, das vollständig auditierte System bis Ende 2018 fertigzustellen.
Mitte Juni 2018 habe man gesehen, dass die eingegangenen Verpflichtungen sowohl zeitlich als auch kostenmässig nicht einzuhalten seien. Man sei ständig von Hackern angegriffen worden, die ins System eindringen wollten. Genf habe seinen Partnerkantonen deshalb vorgeschlagen, ein Konsortium zu gründen, um die Kosten und die Risiken zu teilen. Doch diese hätten sich geweigert, worauf der Genfer Staatsrat beschlossen habe, die Entwicklung der Plattform zu stoppen.
Vom geplanten Budget seien bis dahin rund 4 Millionen für die Entwicklung und 300'000 Franken für Infrastruktur ausgegeben worden. Gewisse Beträge davon hätten im IT-Bereich andersweitig genutzt werden können, doch 2019 sei eine Abschreibung von 3,6 Millionen Franken nötig gewesen. Die Kommission hat dieser Abschreibung zugestimmt.

Loading

Mehr zum Thema

image

Uetendorf lagert Informatik nach Thun aus

Die Gemeinde verzichtet auf die Erneuerung ihrer IT-Infrastruktur. Die Stimmbevölkerung befürwortet die Auslagerung der Systeme an die Stadtverwaltung Thun.

publiziert am 15.6.2026
imageAbo

Schweizerisches Nationalmuseum gibt Einblick in Digitalprojekte

Das Nationalmuseum hat einen neuen Leiter für Digitale Transformation ernannt. Die Institution erläutert den Stand ihrer Digitalisierung.

publiziert am 12.6.2026
image

Millionen für neues IT-Meldesystem des BAG

Der Bundesrat hat 45,3 Millionen Franken für eine neue digitale Plattform zur Überwachung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten freigegeben. Das System soll 2034 fertig sein.

publiziert am 12.6.2026
imageAbo

Solothurn erneuert IT-System für Gefängnisse

Cancom liefert eine neue Lösung für die Verwaltung der Gesundheitsdaten in den kantonalen Gefängnissen. Das bisherige System von CGM wird abgelöst.

publiziert am 12.6.2026