Die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) haben vor einem Jahr einem österreichischen Unternehmen freihändig einen
Auftrag zum Bau einer schicken Zürcher ÖV-App gegeben. Der Preis betrug 605'000 Euro. Allerdings ging danach beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich eine Beschwerde gegen die Vergabe ein. Der Zuschlag an Upstream wurde zurückgezogen.
Mittlerweile haben die VBZ den Auftrag neu ausgeschrieben und nun auch wieder einen Gewinner bestimmt. Dieser heisst neu HaCon Ingenieurgesellschaft und kommt aus Deutschland. Der Vergabepreis inklusive aller Optionen beträgt 1,6 Millionen Franken, ist also mehr als doppelt so hoch wie im ursprünglichen Zuschlag. Der Preis gilt für den Bau der App sowie ihren Betrieb und die Weiterentwicklung über drei Jahre.
Was ist geschehen? Um es gleich vorweg zu nehmen, um das typische verzögerte und darum teurer gewordene Softwareprojekt handelt es sich hier nicht. Die VBZ muss sich wohl etwas Geld ans Bein streichen für die vergebliche erste Ausschreibung. Aber in der zweiten Ausschreibung wollte der Verkehrsverbund auch wesentlich mehr.
Das Ganze wird nun als "langfristiges, digitales Infrastrukturprojekt" beschrieben. Unter anderem ist im Auftragspreis neu auch Routing inklusive. Die App soll also anzeigen können, auf welchem Weg man am Besten von A nach B gelangt, und zwar unter Berücksichtigung von sowohl ÖV-Verbindungen als auch Taxi, Car-Sharing oder Bike-Sharing, Velofahren oder zu Fuss gehen. Die App soll im kommenden Sommer verfügbar werden. (hjm)