Die Budgets der SAP-Anwender steigen

24. März 2022, 11:28
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Mit der sich abschwächenden Corona-Krise sind auch die IT- und SAP-Budgets gestiegen. Dies könnte sich aufgrund der geopolitischen Lage nun aber schnell ändern.

Es sei ein von der Coronapandemie stark geprägtes und dynamisches Jahr gewesen, so Thomas Henzler, DSAG-Fachvorstand Lizenzen, Service & Support, anlässlich der Präsentation des jährlichen Investitionsreports der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe.
Dennoch sei die Zurückhaltung, was die IT- und SAP-Investitionen der vergangenen zwei Jahre vorbei, bilanzierte die DSAG mitsamt einem optimistischen Blick nach vorne. So gaben in einer Umfrage fast 60% der DSAG-Mitglieder und damit deutlich mehr als vor einem Jahr an, dass ihre IT-Budgets 2022 höher ausfallen werden als 2021. Auch die SAP-Budgets sind gemäss DSAG gewachsen. 57% gaben an, dass die SAP-Investitionsbudgets stiegen, vor einem Jahr waren es noch 43%.

Budget-Situation kann sich markant ändern

Die Befragung wurde zwischen dem 27. Januar und 21. Februar 2022 online durchgeführt. Teilgenommen haben knapp 200 Personen von Anwenderunternehmen in der DACH-Region, darunter 10% aus der Schweiz.
Die Zahlen seien Anfang Jahr erhoben worden, betonte DSAG-Fachvorstand Thomas Henzler in seiner Präsentation. Mittlerweile habe sich die Lage drastisch verändert. Die Wirtschaft sei von Unsicherheiten geprägt, die Energiepreise steigen. Somit könne es sein, dass Budgets heruntergefahren oder kurzfristig ganz eingefroren werden. Dies wäre ein "herber Rückschlag", wie Henzler sagte, denn die Investitionen seien nötig, sodass sich die Unternehmen für die Zukunft rüsten können.

Steigerung bei S/4Hana und "Rise with SAP"

Danach gefragt, welche SAP-ERP-Lösungen die Unternehmen aktuell einsetzen, kommt SAP ERP beziehungsweise die SAP Business Suite auf 65% (DACH: 75%), gefolgt von 57% mit S/4Hana On-Premises.
Es fällt auf, dass der Einsatz von S/4Hana On-Premises inzwischen fast gleichauf mit dem der SAP Business Suite liegt. Viele Unternehmen setzen laut DSAG auch noch beide Systeme gleichzeitig ein. "Sie stellen also zunächst einmal die kleineren Gesellschaften um, bevor sie sich an die Hauptsysteme wagen", kommentiert Jean-Claude Flury, DSAG Fachvorstand für die Schweiz, die Ergebnisse der Umfrage
S/4Hana Cloud spielt gemäss der Befragung noch eine untergeordnete Rolle: Nur je 4% der Befragten aus der Schweiz setzen auf S/4Hana als Private-Cloud-Lösung respektive Public-Cloud-Lösung.
Auch das Angebot "Rise with SAP" wird unter den Anwendern bekannter. Gleichwohl zeigt sich Skepsis, was die Nutzung angeht. 57% der Befragten im DACH-Raum halten es für unwahrscheinlich, das Programm in Betracht zu ziehen. SAP müsse hier noch mehr Verständnis für die individuellen Gegebenheiten in den Unternehmen aufbringen, fordert die Anwendergruppe.

DSAG stellt Forderungen in Sachen Security

Neben den reinen SAP-Themen fragte die DSAG auch die Relevanz von übergreifenden Themen ab. Dabei steht die Cybersecurity mit 74% deutlich an erster Stelle, gefolgt von Agiler Organisation, Prozessautomatisierung, Digitalem Erlebnis und Remote Work.
"Security ist ein Top-Thema, das in den nächsten Jahren noch wichtiger werden wird," kommentiert Flury. "Dafür braucht es Vertrauen in die Lösungen. SAP muss den Bereich Cloud-Security mit klaren Konzepten für sein gesamtes Portfolio noch viel stärker und mit umsetzbaren Lösungen und Standards begleiten." Die Forderung der DSAG sei eindeutig: Es brauche qualitativ hochwertige Software- und Cloud-Lösungen, die den gestiegenen Anforderungen an Betrieb und Sicherheit gerecht werden, sowie ein funktionales Äquivalent zu bisherigen On-Premises-Lösungen bieten.

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