Die grösste Schweizer Gewerkschaft geht in die Oracle-Cloud

9. Mai 2022, 06:02
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Der Mitgliederbereich sei bei der Unia besonders anspruchsvoll, sagt der Leiter der zentralen Dienste. Foto: Unia

Die Unia wird künftig ERP, HR und UX aus der Cloud des US-Konzerns beziehen. Wir haben nach Datenschutz und Kosten gefragt.

Die Unia geht in die Cloud von Oracle. Die grösste Gewerkschaft der Schweiz wird ihre Finanz-, Personal- und Customer-Experience-Prozesse künftig über Oracle Fusion Applications ausführen. Sie erhofft sich dank ERP, HCM und User-Experience aus der Cloud des US-Konzerns eine Steigerung der Produktivität und Kosteneinsparungen bei Applikationsbetrieb.
Offenbar tat dies auch Not: Die in die Jahre gekommene On-Premises-Infrastruktur habe zu fragmentierten Prozessen und einem Mangel an Automatisierung geführt, heisst es in einer Mitteilung. Über die Investitionen für die Migration verrät Daniel Bühler, Leiter Zentrale Dienste der Unia, auf Nachfrage bloss: Sie sei "bedeutend". Zugleich erhofft er sich bis zu 25% Einsparungen, wenn man die Betriebs- und Lizenzkosten berücksichtigt.
Offenbar hatte die veraltete Infrastruktur zu Druck auf die Mitarbeitenden geführt, wie der Mitteilung zu entnehmen ist. Schliesslich beschäftigt die Gewerkschaft mit ihren 1300 Mitarbeitenden ein kleines IT-Team von 10 Personen, wie Bühler sagt. Für die Migration wurde neben einem 5-köpfigen internen Team auch ein externer Partner beigezogen, wie Bühler sagt.
Der Wahl von Oracle ging ein einjähriger Auswahlprozess voran, bei dem auch SAP und Microsoft geprüft wurden. Die Ansprüche im Mitgliederbereich seien bei der Unia besonders hoch und von Oracle am besten abgedeckt worden, so Bühler. Von Microsoft nutzt die Unia die Workplace- und Sicherheitstools.
Bei den US-Cloud-Anbietern stellt sich rasch die Frage des Datenschutzes. Darauf angesprochen sagt Bühler, im Vorlauf des Projekts habe man Kriterien festgelegt, die ein Cloud-Anbieter erfüllen müsse. Die besonders schützenswerten Mitglieder- und Mitarbeiterdaten dürften nie in den USA gespeichert oder dorthin transferiert werden, präzisiert Bühler. Dafür definierte die Gewerkschaft acht Kernpunkte zu Datenhaltung und -Verarbeitung, Sicherheit, Verschlüsselung, Krisenintervention sowie Gerichtsstand bei Streitigkeiten.

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