Im Mai 2021 war es so weit: "Nun gehen die Signalportale auf der Autobahn A3 in Betrieb", titelte die 'Zürichsee-Zeitung'. Auf dem Streckenabschnitt der A3 zwischen Pfäffikon (SZ) und Zürich hatte das Bundesamt für Strassen (Astra) neue Anzeigen installiert. Die elektronischen Tafeln sollten Autofahrer auf die aktuelle Maximalgeschwindigkeit aufmerksam machen. Diese sollte dem Verkehrsaufkommen angepasst werden, um für weniger Stau zu sorgen oder auch auf Unfälle zu reagieren.
Doch: "Die 24 Millionen teuren Signalportale funktionieren immer noch nicht", schrieb dieselbe Zeitung im Dezember 2022. Und jetzt, im Oktober 2023, klingt es immer noch gleich: "Neuartiges System an der A3: Anzeigetafeln funktionieren noch immer nicht". Die Tafeln bleiben vor allem schwarz.
Auftragsvergabe im Sommer 2019
Vergeben hatte das Astra die Aufträge bereits im Sommer 2019. Die Bauarbeiten gingen an die Unternehmen ARGE WOP c/o Toneatti AG, die elektromechanische Ausrüstung an ARGE Bergauer & Sinal c/o Bergauer AG. Das Astra plante auf dem Autobahnabschnitt ein System "Geschwindigkeitsharmonisierung und Gefahrenwarnung (GHGW)". Solche Systeme kommen bereits auf anderen Autobahnen zum Einsatz. Doch auf dem Abschnitt der A3 "wird der Automatisierungsstandard besonders hoch sein", versprach das Astra.
Tatsächlich sah auch der damalige Zeitplan der Ausschreibung, der inside-it.ch vorliegt, Abschluss Tiefbau, Montage und Inbetriebnahme der Schnittstellen bis im Frühling 2021 vor. Doch warum funktionieren die Anzeigetafeln immer noch nicht? Die definitive Inbetriebnahme wurde mehrmals verschoben. "Inzwischen ist geplant, dass das System ab Mitte 2024 läuft", sagte Astra-Sprecher Jonas Höhn der
'Zürichsee-Zeitung' (Paywall). Zuvor sollen im Frühjahr nochmals Tests stattfinden.
"Geräte müssen noch aus Asien importiert werden"
Um das System in Betrieb zu nehmen, fehlen offenbar noch immer gewisse IT-Komponenten – insbesondere Geräte, die es ermöglichen, die Daten von Verkehrskameras ins Gesamtsystem zu integrieren. "Diese Geräte konnten bisher nicht geliefert werden, sie müssen aus Asien importiert werden und weisen zurzeit eine Lieferzeit von über 250 Tagen auf", erklärte Höhn. Zuvor musste bereits die Software nachgebessert werden, weil die konkrete Verkehrssituation an den verschiedenen Stellen zu wenig genau abgebildet worden war.
Die Projektkosten seien aber trotz der Verzögerungen und zusätzlichen Arbeiten nur "um wenige Hunderttausend Franken" gestiegen, so der Astra-Sprecher zur Zeitung. Man wolle "ein von Beginn an einwandfrei funktionierendes System in Betrieb nehmen". Aktuell werden die Anzeigetafeln vor allem bei Unfällen oder Unterhaltsarbeiten manuell eingeschaltet, um Temporeduktionen anzuzeigen oder Spuren zu sperren.