"Die Stadt Bern wurde 23 Millionen Mal angegriffen"

7. Februar 2024 um 15:13
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Foto: Jkphotos / Unsplash

Erstmals finden die Swiss Cyber Security Days in Bern statt. Die Konferenz macht die internationale Bedrohungslage zum Thema.

Mit der fünften Ausgabe ziehen die Swiss Cyber Security Days (SCSD) von Freiburg nach Bern. "Es ist richtig und wichtig, dass diese Konferenz in Bern stattfindet, denn hier können Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammenkommen, sich über die neuesten Entwicklungen in der Cybersicherheit austauschen und gegenseitig weiterbringen", erklärte Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried an einer Medienkonferenz.
Um die Dringlichkeit des Themas zu verdeutlichen, wartete er mit einer beeindruckenden Zahl auf: "Die Stadt Bern wurde im letzten Jahr 23 Millionen Mal angegriffen. Unsere ICT-Infrastruktur ist eigentlich dauernd im Verteidigungsmodus." Deswegen sei es für die öffentliche Hand genauso wie für Unternehmen zentral, die Cybersicherheit auf einem guten Niveau zu halten und diese ständig weiterzuentwickeln
Regierungsrat Christoph Ammann betonte ebenso die Aktualität des Themas. Dies zeige nicht nur der Fall Xplain, sagte der Politiker. "Der Kanton Bern bemüht sich in verschiedenster Hinsicht, das Thema Cybersecurity in den Griff zu bekommen und im Griff zu behalten. Beispielsweise, indem wir sehr sorgfältig mit sensiblen Daten umgehen. Wir stellen diese nicht in eine Cloud." In Bern würden Kompetenzen vorliegen, ein Austausch zum Thema müsse jedoch über die Kantonsgrenzen hinweg stattfinden. "Wir wollen sensibilisieren und wir wollen die Cyberresilienz verstärken."
SCSD-Präsidentin Doris Fiala erklärte: "Cybercrime zählt heute zweifellos zu den grössten internationalen Risiken, für die Wirtschaft, für die Politik weltweit und für unsere Gesellschaft." Resilienz sei vielleicht ein Modebegriff, aber er treffe das Kernanliegen der Konferenz trotzdem genau. "Wir können Cyberkriminalität nicht komplett verhindern, aber wir können unsere Abwehrmöglichkeiten, unsere Resilienz stärken."
Es sei "ein bisschen erschütternd" zu sehen, dass die Schweiz im Global Cybersecurity Index hinter Nordmazedonien, Tansania und Kasachstan stehe, so Fiala. Deshalb freue sie sich, dass die Konferenz jetzt prominent in Bern stattfinde.
Dort werden am 20. und 21. Februar Rednerinnen und Redner aus den Bereichen Forschung, Verteidigung, Verwaltung, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft auftreten. Es sprechen zum Beispiel Georgii Dubynskyi, Deputy Minister for Digital Transformation der Ukraine, und Christian-Marc Lifländer, Head of Nato Cyber Defense Section. Das genaue Programm ist auf der Website der Swiss Cyber Security Days einsehbar. Interessensbindung: Inside-it.ch ist Medienpartner der Swiss Cyber Security Days.

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