Edöb kritisiert geplante Polizeidatenbank

8. Februar 2024 um 11:12
  • politik & wirtschaft
  • datenschutz
  • Edöb
  • Polizei-IT
image
Edöb Adrian Lobsiger. Foto: zVg

In einem Interview mit der 'NZZ' kritisiert der Eidgenössische Datenschützer, dass Bund und Kantone Polizeidaten effizienter austauschen wollen.

In einem neuen Gesetz soll der Austausch von polizeilichen Daten unter den Kantonen sowie zwischen Bund und Kantonen geregelt werden. Basis dieses Vorhabens ist eine polizeiliche Abfrageplattform (Polap), welcher Bundesrat und Nationalrat Ende letzten Jahres zugestimmt haben. Aktuell befindet sich das Geschäft in der sicherheitspolitischen Kommission des Ständerats.
Dass in dieser geplanten Datenbank auch Kleinstdelikte gespeichert werden sollen, stört den Eidgenössischen Datenschützer (Edöb) Adrian Lobsiger. "Ich wüsste nicht, weshalb die Urner Polizei bei einer Verkehrskontrolle sehen muss, dass Sie in Lausanne illegal Abfall entsorgt haben", sagte dieser in einem Interview mit der 'NZZ'. Seines Erachtens brauche es vorerst keine "weitere Zentralisierung oder Verknüpfung von Polizeidatenbanken". Wichtiger sei es, Amtshilfe zu digitalisieren, so Lobsiger.
Dass er damit den Polizei- und Strafverfolgungsbehörden Informationen vorenthalte, die diese für ihre Arbeit benötigen, verneint der Edöb. Bei digitalen Projekten würden vor lauter "technokratischer Umtriebigkeit" Prinzipien wie Gewaltenteilung oder Föderalismus als alter Zopf betrachtet. Ihn ärgere "diese rechtsstaatliche Ignoranz". Statt den föderalistischen Rechtsstaat zu digitalisieren, würden einfallslos Daten zentralisiert. "Unsere Staatsidee darf doch nicht einem zentralen Datensilo geopfert werden!", so Adrian Lobsiger im Interview.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Schweizer Softwarebranche setzt zunehmend auf KI

9 von 10 Schweizer Softwareunternehmen nutzen KI für die Entwicklung. Das treibt Investitionen hoch und macht gleichzeitig Kunden ungeduldiger.

publiziert am 30.10.2026
image

Bankiervereinigung fordert günstigen Rahmen für Schweizer Stablecoin

Die Bankiervereinigung will, dass ein digitaler Schweizer Franken aus der Schweiz kommt. Dafür würden Sicherheits- wie auch Stabilitätsüberlegungen sprechen.

publiziert am 30.10.2026
image

Ob- und Nidwaldner ILZ darf mehr Gewinn erwirtschaften

Nach Nidwalden stimmte auch der Kantonsrat Obwalden einer neuen Regelung für das gemeinsame Informatikleistungszentrum zu.

publiziert am 30.10.2026
image

Bern beantragt 3,4 Millionen Franken für Rettungs-IT

Schutz und Rettung Bern überführt seine Bürokommunikation schrittweise in die städtische IT-Umgebung. Gleichzeitig soll ein neuer Vertrag mit der Kantonspolizei den Betrieb der mobilen Informatikinfrastruktur bis 2030 sichern.

publiziert am 29.10.2026