Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat das Projekt zur Trennung der zivilen und militärischen Informatik der Armee "iTask" geprüft. Sie anerkennt die geschaffenen Grundlagen, sieht aber bei der Umsetzung erhebliche Herausforderungen und Risiken, wie es im Bericht der EFK heisst.
Das Projekt soll die organisatorischen und prozessualen Voraussetzungen für die Trennung der Systeme schaffen. Ziel sei es, die Autonomie und Sicherheit der einsatzkritischen Informatik zu erhöhen sowie die Kosteneffizienz durch Standardisierungen zu verbessern. Eine Aussage zu den Erfolgsaussichten sei aber nur unter Vorbehalt möglich.
Die EFK kritisierte, dass der Nutzen und die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens zu ungenau formuliert seien. Es fehlten Instrumente, um Effizienzgewinne zu messen. Zudem bemängelten die Prüferinnen und Prüfer eine unvollständige Gesamtplanung und fehlende finanzielle Anreize, um veraltete Systeme ausser Dienst zu stellen.
Als Risiko wertet die EFK zudem anstehende personelle Wechsel. Der Chef der Armee, der als Auftraggeber des Projekts fungierte, sei per Ende 2025 zurückgetreten. Es sei wichtig, dass diese Rolle weiterhin kompetent besetzt werde. Angesichts der Komplexität des Vorhabens sei zudem eine kontinuierliche Unterstützung durch die Armeeführung entscheidend.
Das Verteidigungsdepartement (VBS) hatte die IT-Trennung 2016
nach einem Cyberangriff auf den Rüstungskonzern Ruag initiiert. Bisher seien für verschiedene Vorhaben 116 Millionen Franken geflossen. Für die eigentliche Umsetzung ab Mitte 2026 im Folgeprojekt "iTask-U" rechnet die Armee mit weiteren Kosten von rund 100 Millionen Franken. Die vollständige Entflechtung der Informatik ist bis spätestens 2032 vorgesehen.
Die Armee teilte mit, sie akzeptiere alle Empfehlungen und setze diese um. Diese seien bereits im Projektauftrag für das Folgeprojekt "iTask-U" berücksichtigt worden. Demnach sollen unter anderem die Projektsteuerung, die Rollenverteilung und die Qualitätssicherung weiterentwickelt sowie die Fortschrittsmessung schrittweise ausgebaut werden. Die Entflechtung entwickle sich planmässig und der Finanzrahmen werde eingehalten, sagte Daniel Keller, Chef Armeestab. Robert Scheidegger, stellvertretender Generalsekretär im VBS, verglich das Vorhaben mit einem Radwechsel an einem fahrenden Auto.