Der künftige Einsatz von Künstlicher Intelligenz dürfte zu einem regelrechten Kampf um entsprechend ausgebildete Fachkräfte führen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine aktuelle Studie des Personalvermittlers Adecco Schweiz. Es müssten dringend Kompetenzen aufgebaut werden, um das Potenzial von KI auch nutzen zu können.
Fokus auf externe Expertise statt interner Weiterbildung
Dies schreiben die Autoren einer in Zusammenarbeit mit Oxford Economics erarbeiteten Studie, für die mehr als 2000 Führungskräfte befragt wurden. Allerdings verfolge die Mehrheit der Unternehmen einen wenig ausgewogenen "Buy vs. Build"-Ansatz. Das heisst, ein Drittel der Firmen kauft lieber die nötigen KI-Fachkräfte extern ein, anstatt das eigene Personal umzuschulen.
Dabei reiche die Kompetenzlücke bis in die Führungsebene. Denn mehr als die Hälfte (57%) der Befragten haben wenig Vertrauen in die Fähigkeiten des eigenen Managements. Sie befürchten, deshalb die Risiken und Chancen von KI nicht verstehen zu können.
"KI zwingt viele Unternehmen zum Umdenken und stellt sie vor anspruchsvolle Entscheidungen", erklärt Marcel Keller, Country President der Adecco Group Switzerland, in der Mitteilung. Investitionen in die gezielte Aus- und Weiterbildung seien auf lange Sicht nachhaltiger.
Sie hielten Wissen im Unternehmen, erforderten aber "Fokus, Ressourcen sowie Geduld und Ausdauer". Es sei von entscheidender Bedeutung, in das interne Potenzial zu investieren, um die Loyalität der Mitarbeitenden zu stärken.
Auch in anderen digitalen Kompetenzen greifen Unternehmen immer stärker auf den Einkauf von Fachkräften zurück. Beispielsweise im Bereich Datenkompetenz wollen 62% der Führungskräfte eher externe Expertinnen und Experten einstellen. Nur 36% planen, ihre bestehenden Teams aus- oder weiterzubilden.
Arbeitsmarkt steht vor grosser Umwälzung
Generell würden erhebliche Umwälzungen auf dem gesamten Arbeitsmarkt erwartet. So rechnen 41% der Befragten damit, dass sie in fünf Jahren aufgrund von KI weniger Personal beschäftigen werden, so Adecco. Nur 46% der Befragten wollen die durch KI wegfallenden Arbeitsplätze ersetzen.
Dennoch dürfte der Faktor Mensch weiterhin wichtig bleiben. Mit 57% sagt eine Mehrheit der Geschäftsführer, dass die "menschliche Note" immer noch einflussreicher sei als KI. Kreativität und Innovation werden indes auch als die wichtigsten Bereiche genannt, in denen es an Kompetenzen mangelt.