Erster ISSS-Courage-Award geht an Amag

11. Januar 2023, 19:34
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Roger Mattmann, Remo Gisler, Inside-IT-Chefredaktor Reto Vogt, Pascal Eichenberger und Marcel Zumbühl (v.l.n.r.)

Der Preis zeichnet Unternehmen aus, die nach einem Cyberangriff vorbildlich kommunizieren. Erster Preisträger ist Autohändler Amag.

Oft würden nach einem erfolgreichen Cyberangriff die Opfer statt die Täter kritisiert. Dies führe dazu, dass angegriffene Unternehmen nur zurückhaltend informieren würden, erklärte Post-CISO Marcel Zumbühl an der "Berner Tagung" der Information Security Society Switzerland (ISSS) am Mittwochabend in Bern.
Das solle sich ändern, sagte Zumbühl, der gleichzeitig Co-Präsident der ISSS ist. Deshalb hat die Organisation gemeinsam mit Inside IT erstmals den Courage-Award vergeben. Damit werden ab sofort jährlich Unternehmen ausgezeichnet, die sich durch eine besonders transparente und offene Kommunikation nach einem Cyberangriff hervorheben. Ziel ist es, Unternehmen zu ermutigen, die Cyber-Vorfälle und die nützlichen Erkenntnisse daraus öffentlich zu machen – und schlussendlich das Stigma aufzulösen, Opfer eines Cyberangriffs zu werden.

Amag holt den ersten Titel, gewonnen haben alle

Den Preis 2023 erhielt Autohändler Amag. Die Wahl trafen mit rund zwei Dritteln der Stimmen die über 100 Gäste in der Energiezentrale Forsthaus in Bern mittels Saal-Voting. Amag setzte sich gegen die Unternehmen Winbiz und Läderach durch, die im Vorfeld von einer Jury bestehend aus ISSS-Vorstandsmitgliedern und Inside IT nominiert worden waren.
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Winbiz-CEO Pascal Eichenberger; Remo Gisler, Global Head of Digital, IT, Portfolio bei Läderach; und Amag-Ciso Roger Mattmann traten sichtlich erfreut über die Nomination auf der Bühne auf und stellten sich dem Publikums-Voting. Dafür und für ihren Mut, öffentlich für eine transparente Kommunikation einzustehen, erhielten alle 3 noch vor der Abstimmung im Plenum vom ISSS-Vorstand eine Medaille überreicht.

Verwaltungsräte ins Boot holen

Der frischgebackene Preisträger des ISSS Courage Awards, Roger Mattmann, sagte nach der Pokalübergabe: "Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Sie zeigt, dass es richtig war, offen und transparent zu kommunizieren." Er würde es jederzeit wieder so machen und sei froh, in einem Unternehmen mit dieser Kommunikationskultur zu arbeiten.
"Ich spreche nun seit 2 Jahren öffentlich über den Vorfall und habe viel Zuspruch erhalten", sagte Mattmann. Er ermunterte künftige Opfer, es ihm gleichzutun, und die Geschäftsleitungen und insbesondere die Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräte ins Boot zu holen.

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