ETH sichert sich IBM-Speicherhardware für 32 Millionen

11. Juli 2022 um 07:06
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Unter anderem die ETH-Labore brauchen immer mehr Speicher. Foto: ETH Zürich / Gian Marco Castelberg

Freihändig hat Big Blue den Kauf und die Wartung von Speicherlösungen zugesprochen bekommen. Laut dem ETH-CIO Rui Brandao handelt es sich um einen Rahmenvertrag ohne Lieferverpflichtung.

Stark wachsender Speicherbedarf im ETH-Bereich mache den laufenden Ausbau der Speicher-Hardware notwendig, begründet die ETH auf der Beschaffungsplattform Simap eine Auftragsvergabe an IBM. Demnach umfasst der freihändig vergebene Liefervertrag über rund 32,3 Millionen Franken den Kauf und die Wartung von Speicherlösungen und Komponenten. Die Publikation des Zuschlags beziehe sich nicht nur auf die ETH Zürich, sondern auf alle Institutionen des ETH-Bereichs, erklärt die Hochschule auf Anfrage. Die ETH Zürich handle bei diesem Auftrag als Koordinator, "jedoch können alle Bereichsinstitutionen unter diesem Rahmenvertrag Hardware von IBM beziehen", teilt uns ETH-CIO Rui Brandao auf Anfrage mit. Man sichere sich damit den Kauf aller Arten von Speicher, sowohl online als auch offline Speicher, und könne jedes Produkt aus dem IBM-Speicherportfolio beschaffen.

Forschung ist der Wachstumstreiber

Brandao führt weiter aus, dass der Betrag von rund 32,3 Millionen Franken ein Kostendach darstelle und es "keine Verpflichtung für einen Mindestbezug" gebe. Die zu beschaffende Hardware diene "hauptsächlich der Erneuerung und Erweiterung von bestehenden Speichersystemen". Dazu benötige es weder Neubauten noch zusätzliche Mieträume, auch weil sich durch die höhere Speicherdichte neuerer Technologien die Hardware in bestehenden Räumlichkeiten der einzelnen Institutionen unterbringen lassen.
Wachstumstreiber beim Speicherbedarf ist laut dem CIO vor allem die Forschung: "Immer sensiblere Instrumente (zum Beispiel hochauflösende Mikroskope) liefern immer grössere Datenmengen. Um diese analysieren zu können, müssen sie auf leistungsfähigen und skalierbaren Systemen gespeichert werden."

Technologiewechsel birgt Risiken

Zur Erklärung des Freihänders heisst es im Zuschlag, der "Technologiewechsel wäre mit grossen technischen Risiken" verbunden. Auf die Frage, ob sich heutzutage ein Hardware-Anbieterwechsel nicht dennoch planen lasse, erklärt Brandao, dass die eingesetzte Speicher-Software heute schon erlaube, auch andere als IBM-Hardware einzusetzen.
Der Hinweis auf die Risiken bei einem Technologiewechsel erklärt er damit, dass "sehr grosse Datenmengen (Dutzende von Petabyte) verschoben werden müssten". Der Anbieterwechsel bedeute einen "sehr grosser Aufwand, ohne dass daraus ein Nutzen für die Institutionen erkennbar wäre". Deshalb wolle man auch weiter IBM-Hardware einsetzen können, "parallel zu Hardware von anderen Herstellern (wie dies heute schon der Fall ist)", so Brandao. "Und", fügt er an, "sollte sich ein substanzieller Vorteil in der breitflächigen Verwendung von Hardware eines anderen Herstellers zeigen, können die Institutionen jederzeit diese Hardware, anstelle der von IBM beschaffen".
Zudem verweist er darauf, dass an der ETH Zürich schon heute bei jeder Hardware-Bestellung die Preise der gängigen Hersteller verglichen würden. "Ebenso wird die technische Entwicklung der verschiedenen Hersteller laufend beobachtet, um gegebenenfalls auf eine neue Technologie umzusteigen", schiebt Brandao nach.

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