ETHs veröffentlichen Schweizer KI-Sprachmodell

2. September 2025 um 09:09
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Illustration: Erstellt durch ETH News, KI-generiert

Das mehrsprachige grosse Sprachmodell Apertus ist laut den Entwicklern sicher, datenschutzkonform und transparent. Es kann unter einer Open-Source-Lizenz frei genutzt werden.

Die EPFL, die ETH Zürich und das schweizerische Supercomputing-Zentrum CSCS haben heute das im Juli angekündigte Sprachmodell "Apertus" veröffentlicht. Dabei handle es sich um das erste umfangreiche, offene und mehrsprachige Sprachmodell aus der Schweiz, so die Urheber. Die Entwicklung sei unter Berücksichtigung der Schweizer Datenschutzgesetze, des Schweizer Urheberrechts und der Transparenzanforderungen der EU KI-Verordnung (EU AI Act) erfolgt. Ein besonderes Augenmerk sei dabei auf Datenintegrität und ethische Standards gelegt.
"Mit dieser Veröffentlichung möchten wir ein Musterbeispiel dafür geben, wie sich ein vertrauenswürdiges, souveränes und inklusives KI-Modell bauen lässt", erklärt Martin Jaggi, Professor für Maschinelles Lernen an der EPFL und Mitglied des Steering Committees der Swiss AI Initiative. Das Modell soll in Zukunft regelmässig vom Entwicklungsteam aktualisiert werden, dem spezialisierte Ingenieure und Ingenieurinnen sowie weitere Forschende der beteiligten Hochschulen angehören.
Es gibt zwei Modellgrössen mit 8 oder 70 Milliarden Parametern. Beide Modelle werden unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Dies lasse einen Gebrauch in Bildung und Forschung ebenso zu wie breite gesellschaftliche und wirtschaftliche Anwendungen, erklären die Hochschulen. Geschäftskunden können die Modelle ab sofort über die Swiss AI Plattform von Swisscom nutzen. Die Modelle können zudem von der Plattform Hugging Face heruntergeladen werden.
Für Personen im Ausland wird Apertus über die Public AI Inference Utility zugänglich sein, als Teil einer globalen Bewegung für öffentliche KI. "Derzeit ist Apertus das führende öffentliche KI-Modell, ein Modell, entwickelt von öffentlichen Institutionen im Dienste des Gemeinwohls. Es ist der bislang stärkste Beweis dafür, dass Künstliche Intelligenz eine öffentliche Infrastruktur sein kann, ebenso wie Autobahnen, Wasserleitungen oder Stromnetze", sagt dazu Joshua Tan, Hauptverantwortlicher der Public AI Inference Utility.

Kennenlernen an den AI Weeks

Apertus spielt auch eine grosse Rolle an den in diesen Wochen stattfindenden Swiss AI Weeks. In ihrem Rahmen werden an verschiedenen Orten in der Schweiz Hackathons durchgeführt, an denen mit Apertus experimentiert werden kann. Interessierte sollen die Möglichkeit haben, Apertus praktisch auszuprobieren, seine Leistungsfähigkeit zu testen und Feedback für die Weiterentwicklung zukünftiger Versionen zu geben.
Swisscom stellt den Hackathon-Teilnehmenden dafür eine speziell entwickelte Schnittstelle zur Verfügung, die das Arbeiten mit dem Modell erleichtern soll.


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