Die EU-Kommission will Hürden für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) abbauen und damit Europas Unternehmen besser für den globalen Wettbewerb rüsten. Bei der Vorstellung ihrer neuen KI-Strategie kündigte die Brüsseler Behörde an, Regeln zu vereinfachen, Investitionen zu fördern und Geld für den Ausbau von KI-Rechenzentren zu mobilisieren.
Der Plan ist wohl auch eine Reaktion auf Kritik aus der Tech-Branche, wonach europäische Vorgaben wie das KI-Gesetz (AI Act) zu
bürokratisch und innovationsfeindlich seien. Die Kommission will Unternehmen künftig gezielt nach Rückmeldung fragen, wo Regeln unklar oder hinderlich sind. Ziel ist es, die Vorschriften besser an die schnelle technologische Entwicklung anzupassen, ohne dabei Sicherheits- und Ethikstandards aufzugeben.
Superzentren für Europas digitale Souveränität
Ein Schwerpunkt des "AI Continent Action Plans" liegt auf der Infrastruktur. Die Kommission will Europas Rechenzentren in den kommenden Jahren stark vorantreiben und ruft die Mitgliedstaaten auf, sich um den Bau von "KI-Gigafactories" zu bewerben. Diese Superzentren sollen besonders leistungsstarke KI-Modelle trainieren können. Die Idee wurde bereits Anfang des Jahres angekündigt, jetzt startet das Bewerbungsverfahren. Insgesamt sollen dafür Mittel in Höhe von 20 Milliarden Euro mobilisiert werden.
Um Investitionen von Unternehmen in Cloud-Kapazitäten und Rechenzentren anzukurbeln, wird die Kommission gemäss ihrer Mitteilung zudem noch den "Cloud und AI Development Act" vorschlagen. Ziel des Gesetzespakets sei, die RZ-Kapazitäten der EU in den nächsten fünf bis sieben Jahren mindestens zu verdreifachen, wobei besonders nachhaltige Data Center Priorität haben sollen.
Zugang zu Daten
Um KI-Innovation zu fördern, sei auch Zugang zu grossen Mengen an Daten nötig, heisst es von der EU-Kommission weiter. Wichtiges Element des KI-Aktionsplans sei die Einrichtung von Data Labs, die grosse, hochwertige Datenmengen aus verschiedenen Quellen in KI-Fabriken zusammenführen und verwalten.
2025 soll eine umfassende Datenunion-Strategie eingeführt werden, um einen echten Binnenmarkt für Daten zu schaffen, der die Skalierung von KI-Lösungen ermöglicht.
Unternehmen und Skills fördern
Aktuell nutzen nach Angaben der Brüsseler Behörde nur 13,5% der Unternehmen in Europa KI-Technologien. Die Kommission will diesen Anteil deutlich steigern und Europa zu einem führenden Standort für leistungsfähige, aber verantwortungsvoll eingesetzte KI machen. Bislang hat die EU im Vergleich zu China und den USA das
Nachsehen.
Dazu soll in den kommenden Monaten die "Apply-AI"-Strategie auf den Weg gebracht werden. Damit will die EU unter die flächendeckende Einführung in strategischen öffentlichen und privaten Sektoren der EU ermöglichen. Die europäische KI-Innovationsinfrastruktur, insbesondere die KI-Fabriken und die
europäischen digitalen Innovationszentren (EDIH), wird in dieser Strategie eine wichtige Rolle spielen.
(Mit Material von Keystone-sda)