EU-Staaten stimmen "AI Act" zu

5. Februar 2024 um 10:38
image
Foto: Thijs ter Haar / Flickr / Lizenz: CC BY 2.0 Deed

Die Vertreter der Länder haben den Entwurf für die KI-Regulierung abgesegnet. Die Annahme durch den EU-Rat und das Parlament dürfte nur noch Formsache sein.

Mitte Dezember verständigten sich die Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten auf den Gesetzestext für den "AI Act". Ende Januar wurde der genaue Wortlaut der neuen KI-Regulierung publik. Nun hat der Ausschuss der ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten den ausgehandelten Kompromiss einstimmig angenommen.
Damit hat der "AI Act" eine erste wichtige Hürde auf dem Weg zu einer europäischen KI-Regulierung genommen. Zunächst war unklar, ob sich gewisse Staaten gegen das neue Gesetz stellen würden. Zuletzt kämpfte Frankreich noch gegen die Verordnung, scheiterte aber an mangelnder Unterstützung.

Deutschland und Italien geben Widerstand auf

Um einen Beschluss der Mehrheit des Rates zu stoppen, sind mindestens vier EU-Staaten nötig, die zusammen mindestens 35% der Bevölkerung der EU vertreten. Die deutsche Bundesregierung einigte sich bereits in der vergangenen Woche auf eine Zustimmung und auch Italien gab seinen Widerstand auf.
In Frankreich hingegen wurde intensiv weiter diskutiert. KI-Unternehmen wie MistralAI und Poolside können im Land auf starke politische Unterstützung zählen. Trotzdem stimmte der französische Abgeordnete dem "AI Act" schlussendlich zu. Dabei gaben Frankreich, Italien und weitere Staaten jedoch ihre Bedenken zu Protokoll.

Parlament wird wohl zustimmen

In einem nächsten Schritt muss der Gesetzestext noch vom Rat der Mitglied­staaten akzeptiert werden. Nach der Zustimmung der EU-Staaten gilt dies allerdings als Formsache. Danach müssen die Parlamentsausschüsse für bürgerliche Freiheiten und Binnenmarkt noch zustimmen, bevor das Parla­ment den "AI Act" endgültig verabschieden kann.

Loading

Mehr zum Thema

image

Kühne+Nagel profitiert von KI-Boom

Der Logistikkonzern transportiert zunehmend Komponenten für KI-Rechenzentren und will zugleich mit Künstlicher Intelligenz die eigene Produktivität steigern.

publiziert am 23.7.2026
image

Google kassiert die nächste Millionenbusse

Die EU-Kommission verhängt gegen Google eine Busse von 890 Millionen Euro und verlangt Änderungen bei der Websuche sowie im Play Store.

publiziert am 23.7.2026
image

EU bringt die Chatkontrolle zurück

Auf Initiative der EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola erhält die Übergangsregelung zur Chatkontrolle eine weitere Verlängerung. Eine endgültige Lösung wird aber gesucht.

publiziert am 22.7.2026
imageAbo

Solothurn muss Bildungsstatistik-App erneuern

Das bisherige Bildungsinformationssystem des Kantons hat das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Nun soll innerhalb eines Jahres die neue "Bistat"-Applikation realisiert werden.

publiziert am 22.7.2026