EU will Sicherheit von ICT-Produkten zertifizieren

1. Februar 2024 um 10:50
image
Foto: Unsplash+

Die Europäische Kommission hat ein Zertifizierungssystem für Cybersicherheit beschlossen. Hard- und Software sollen auf Sicherheitslücken überprüft werden.

Die Europäische Kommission hat die Schaffung eines Zertifizierungssystems für Cybersicherheit beschlossen. Es soll das erste europäische System zur Zertifizierung von ICT-Produkten sein, schreibt 'Euractiv'. Die neue Zer­ti­fi­zie­rung soll eine Reihe von Regeln beinhalten, um die Vertrauens­würdig­keit von Informations- und Kommunikationsprodukten zu gewährleisten.
Zu den betroffenen Produkten gehören drahtlose und intelligente Geräte, aber auch technologische Komponenten wie Chips, Smartcards, Hardware und Software. Mit dem neuen System sollen diese auf der Grundlage einer zugelassenen und standardisierten Methodik auf ihre Cybersicherheit untersucht werden. Dabei richtet sich das neue Zertifizierungssystem nach den Common Criteria der EU (EUCC).
"Das Ziel war es, das Niveau der Cybersicherheit von ICT-Produkten, -Dienstleistungen und -Prozessen auf dem EU-Markt zu erhöhen", sagte ein Sprecher der Kommission gegenüber dem Mediennetzwerk. "Dies geschieht nun durch die Festlegung umfassender Regeln, technischer Anforderungen, Normen und Verfahren, die in der ganzen EU gelten."

Cloud, 5G und KI sollen folgen

Für die erste Phase der Umsetzung werde man sich auf die Einrichtung öffentlicher und privater Konformitäts­bewertungs­stellen (KBS) konzentrieren, heisst es von der Europäischen Kommission. Dieser Prozess wird voraus­sicht­lich ein Jahr dauern. Laut der europäischen Agentur für Cybersicherheit (Enisa) befindet sich die Hälfte aller vorhandenen Labors für solche Be­wer­tung­en in Europa, wobei jährlich mehr als 60% der Zertifikate in der EU ausgestellt werden.
"Innerhalb der EU gibt das System den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, öffentliche und private KBS zu betreiben, wenn sie dies wünschen", sagte Laura Heuvinck, Sprecherin von der Enisa, gegenüber 'Euractiv'. "In einem globalen Kontext eröffnet das Zertifizierungssystem Möglichkeiten für die öffentliche Beschaffung in der gesamten Union, da die Zertifizierung unter den Vertrag fällt", fügte sie hinzu.
Neben dem geplanten Zertifizierungssystem für die Cybersicherheit von ICT-Produkten arbeitet die Agentur für Cybersicherheit auch bereits an der Beurteilung von Cloud- und 5G-Sicherheit. Zudem werde auch eine Cyber­sicher­heits­zertifizierung für KI entwickelt.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Schweizerisches Nationalmuseum gibt Einblick in Digitalprojekte

Das Nationalmuseum hat einen neuen Leiter für Digitale Transformation ernannt. Die Institution erläutert den Stand ihrer Digitalisierung.

publiziert am 12.6.2026
image

Millionen für neues IT-Meldesystem des BAG

Der Bundesrat hat 45,3 Millionen Franken für eine neue digitale Plattform zur Überwachung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten freigegeben. Das System soll 2034 fertig sein.

publiziert am 12.6.2026
imageAbo

Solothurn erneuert IT-System für Gefängnisse

Cancom liefert eine neue Lösung für die Verwaltung der Gesundheitsdaten in den kantonalen Gefängnissen. Das bisherige System von CGM wird abgelöst.

publiziert am 12.6.2026
image

Strafverfolger schalten Geldwäschedienst für Ransomware ab

Internationale Behörden unter Beteiligung des Fedpols haben die Plattform "AudiA6" zerschlagen. Über diese wurden Millionen in Kryptowährungen gewaschen.

publiziert am 12.6.2026