Facebook strebt im Cambridge-Analytica-Skandal Vergleich an

29. August 2022 um 14:46
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Foto: Souvik Banarjee / Unsplash

Facebook-Nutzer hatten 2018 Klage eingereicht, weil der Konzern Daten an die Beratungsfirma übergeben hatte. Der Gerichtsstreit könnte bald beigelegt sein.

Im langwierigen Prozess gegen Facebook wegen der Weitergabe privater Nutzerdaten an die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica und andere ist eine vorläufige Einigung erzielt worden. Wie aus Gerichtsakten hervorgeht, reichte Facebook am 26. August bei einem Gericht in San Francisco den Entwurf einer Grundsatzeinigung ein und beantragte die Aussetzung des Verfahrens für 60 Tage, um die Vereinbarung schriftlich auszuarbeiten.
Das Unternehmen nennt in dem Antrag weder eine Entschädigungssumme noch andere Bedingungen der geplanten Vereinbarung. Der Facebook-Mutterkonzern reagierte zunächst nicht auf verschiedene Medienanfragen.
Facebook-Nutzer hatten 2018 Klage gegen das Online-Netzwerk wegen Verletzung der Regeln zum Schutz der Privatsphäre eingereicht. Die Beratungsfirma Cambridge Analytica, die mittlerweile nicht mehr existiert, hatte die Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet. Die Ergebnisse wurden unter anderem für die Brexit-Kampagne vor der britischen Volksabstimmung zum EU-Austritt Grossbritanniens 2016 und für den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump genutzt.
Im Juli 2019 belegten die US-Bundesbehörden Facebook mit 5 Milliarden Dollar Strafe, weil das Unternehmen seine Nutzer getäuscht habe. Zudem beauftragten sie eine unabhängige Kontrollinstanz damit, den Umgang von Facebook mit persönlichen Daten zu überprüfen.
Im September sollen Meta-Chef Mark Zuckerberg und die scheidende Geschäftsführerin Sheryl Sandberg von der US-Justiz befragt werden. Seit Bekanntwerden des Cambridge-Analystica-Skandals hat Facebook wegen Missbrauchsverdachts tausenden Apps den Zugang zu seinen Daten gesperrt und den Umfang der für Entwickler zugänglichen Daten eingeschränkt. Ausserdem ist es für Nutzer nun leichter, die Weitergabe ihrer Daten zu beschränken.

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