Fachkräftemangel beim Bund spitzt sich zu

16. Dezember 2022 um 12:59
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Foto: Jeshoots / Unsplash

In den nächsten 15 Jahren tritt fast die Hälfte der Mitarbeitenden aus der Bundesverwaltung aus. Das ist insbesondere in sicherheitsrelevanten Bereichen ein Problem.

In einer Interpellation thematisierte FDP-Nationalrätin Maja Riniker (AG) den Fachkräftemangel beim Bund. Es herrsche ein Mangel an Fachkräften, speziell in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Cybersecurity, schrieb Riniker und fragte den Bundesrat unter anderem, welche Pläne er verfolge, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und wie sich dieser entwickelt habe.

15% des "sicherheitsrelevanten Personals" kurzfristig nicht mehr verfügbar

Der Bundesrat antwortete selbstbewusst, "die Bundesverwaltung ist mit einem professionellen Arbeitgeberauftritt und zeitgemässen Arbeitsbedingungen" auf dem Arbeitsmarkt präsent – auch im sicherheitsrelevanten Bereich. Ausserdem seien für spezifische Zielgruppen zusätzliche Marketingmassnahmen umgesetzt worden, "beispielsweise eine Landingpage für IT-Jobs in der Bundesverwaltung".
Zahlen zur Entwicklung des Fachkräftemangels konnte der Bundesrat keine nennen, weil dazu keine spezifischen Informationen vorliegen würden. Aber es sei festzustellen, dass "Zweitausschreibungen bei Stellenbesetzungen häufiger vorkommen und Stellen generell länger ausgeschrieben werden müssen als noch vor einigen Jahren". Das gilt offenbar auch für den Sicherheitsbereich, wozu der Bundesrat eigenen Angaben zufolge Verteidigung, Nachrichtendienst, Fedpol und das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit zählt. Dort seien rund 15'500 Mitarbeitende tätig. Davon würden in den nächsten 5 Jahren 15% und in den nächsten 10 Jahren 30% das ordentliche Pensionsalter erreichen.

Jeder zweite Bündeler wird in 15 Jahren pensioniert

In der ganzen Bundesverwaltung erwartet der Bundesrat, dass in den nächsten 15 Jahren 45% der Mitarbeitenden altershalber aus ihren Jobs austreten. "Dieser Prozentwert könnte durch nicht altersbedingte Austritte noch höher ausfallen", schreibt der Bundesrat. In absehbarer Zeit muss die Bundesverwaltung also etwa die Hälfte des Personals ersetzen (oder effizienter arbeiten, oder beides).
Das würde auch Chancen bieten, schreibt der Bundesrat. Er ergänzt: "aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung verändern sich Arbeitsprozesse und führen dazu, dass neben organisatorischen Anpassungen auch andere Berufsprofile, Fähigkeiten und Kompetenzen gefragt sind".

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