Das Zürcher KI-Unternehmen Squirro hat einen Wechsel an der Unternehmensspitze angekündigt. David Clarke übernimmt mit sofortiger Wirkung die Rolle des Chief Executive Officer. Er folgt auf Mitgründer Dorian Selz, der künftig als Executive Deputy Chairman tätig sein wird.
Clarke ist Gründer des Unternehmens Synaptica und war seit Juli 2024 als Chief Innovation Officer bei Squirro tätig, wie es in der Mitteilung heisst. Die Ernennung folgt auf die
Fusion von Squirro mit Synaptica. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Informationsindustrie – unter anderem in den Bereichen Wissensgraphen und Enterprise-KI – soll er laut Squirro nun die operative Führung und die internationale Expansion vorantreiben.
Laut Dorian Selz ist der Wechsel Teil einer Neuverteilung der Aufgaben innerhalb des Gründerteams. "Der Zeitpunkt ist gekommen, die Aufgaben im Gründerteam neu zu verteilen", sagt er. Clarke bringe "eine grosse Management-Erfahrung" mit – deshalb sei die Wahl auf ihn gefallen. Selz hatte Squirro rund 15 Jahre lang geführt. In seiner neuen Rolle will er sich auf strategische Wachstumsinitiativen und Innovation konzentrieren. Konkrete Projekte will das Unternehmen in den kommenden Monaten bekanntgeben.
Strategisch erwartet Selz vorerst keine grundlegende Neuausrichtung, wie er inside-it.ch auf Anfrage sagt. "Kontinuität steht im Vordergrund. Es gibt genug Herausforderungen im schnelllebigen KI-Umfeld", führt er aus. Ziel sei es, Squirro international weiter erfolgreich zu positionieren.
Das Unternehmen sieht sich dabei gut aufgestellt. Laut Selz ist Squirro der einzige europäische Anbieter, der in mehreren KI-bezogenen Magic Quadrants des Analystenhauses Gartner erwähnt wird. Diese Sichtbarkeit sei "gleichzeitig Verpflichtung wie auch Herausforderung".
Neue KI-Angebote geplant
Zugleich arbeitet das Unternehmen an neuen Angeboten mit Fokus auf KI-Anwendungen für regulierte Industrien. Dabei sieht Selz Grenzen bei reinen Large-Language-Model-Anwendungen. "LLM-Anwendungen allein reichen aufgrund von Halluzinationen nicht aus", sagt er gegenüber inside-it.ch. Stattdessen brauche es zusätzliche Architekturen wie einen erweiterten RAG-Ansatz, um den Anforderungen in stark regulierten Branchen gerecht zu werden.