Seit Sonntagabend sind mehrere staatliche Stellen Frankreichs von DDoS-Angriffen mit "beispielloser Intensität" getroffen. Die Regierung habe einen Krisenstab aktiviert, um Gegenmassnahmen zu ergreifen, erklärt sie.
So seien die Auswirkungen der Angriffe für die meisten staatlichen Dienste reduziert und der Zugang zu den staatlichen Websites wiederhergestellt worden, heisst es von der Regierung weiter.
Wer hinter dem Angriff steckt, ist derzeit unklar. Laut einem Bericht der Nachrichtenseite
'Numerama' hat die Onlinegruppierung Anonymous Sudan über ihren Telegram-Kanal die Verantwortung für Störungen übernommen. Insgesamt seien 17'000 IP-Adressen ins Visier genommen worden. Es gibt aber keine Bestätigung für diese Angaben. Laut 'Numerama' sind die Beweggründe von Anonymous Sudan unklar. Es sei aber bekannt, dass die Organisation "von Moskau benannte Feinde ins Visier nimmt", heisst es weiter.
Im Visier Pro-russischer Gruppen
Gegenüber der Nachrichtenagentur 'AFP' hiess es aus Sicherheitskreisen, dass die Angriffe "derzeit nicht Russland zugeschrieben werden können". Diese Vermutung liegt angesichts der Unterstützung Kiews durch Paris seit der Invasion in der Ukraine nahe.
Auch in der Schweiz kam es kürzlich zu DDoS-Angriffen. Pro-russische Angreifer haben – wohl wegen des Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Weltwirtschaftsforum – im Januar verschiedene
Behördenwebseiten angegriffen. Vergangenen Sommer verhielt es sich aufgrund einer Rede
Selenskyjs vor dem Schweizer Parlament ähnlich.
Frankreich wirft Russland vermehrte Destabilisierungsversuche seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor. Mitte Februar vereinbarte Frankreich mit Deutschland und Polen ein gemeinsames Vorgehen gegen russische Trollkampagnen und Cyberattacken. Die drei Länder seien Opfer der gleichen russischen Destabilisierungsstrategie geworden und wollten sich gemeinsam wehren, hiess es.
Der jüngste Cyberangriff folgt einem Aufruf des französischen Verteidigungsministers Sébastien Lecornu, den Schutz gegen "Sabotage und Cyberangriffe" durch Russland zu verstärken. In einer internen Notiz, die 'AFP' vorliegt, heisst es, sein Ministerium stehe ganz oben auf der Zielliste Moskaus.
(Mit Material von Keystone-sda)