Holländische Firma ASML muss Export von Chip­systemen nach China stoppen

3. Januar 2024 um 14:37
  • politik & wirtschaft
  • Politik
  • USA
  • China
  • Chips
image
Foto: ASML

Die USA versuchen seit Längerem, den Export gewisser Hightech-Chips nach China einzuschränken. Dies wirkt sich auch auf Unternehmen in anderen Ländern aus.

Die US-Regierung beschränkt seit einiger Zeit den Export gewisser Halbleiter-Technologien nach China. Zuletzt haben die USA im Oktober die Exportbeschränkungen weiter verschärft. So sollte verhindert werden, dass Nicht-US-Firmen Chips oder Maschinen exportieren, die in den USA hergestellte Teile und Technologien enthalten.
Eine der zentralen Methoden der Halbleiter- und Mikrosystemtechnik zur Herstellung von integrierten Schaltungen und weiteren Produkten ist die Fotolithografie. Ein global sehr wichtiger Hersteller von Lithografiesystemen ist ASML mit Sitz in Holland. Das Unternehmen erklärte nun, die holländische Regierung habe ihm eine Exportlizenz widerrufen, mit der es erlaubt war, DUV-Lithographieanlagen an chinesische Kunden zu liefern. Dies wirke sich auf eine kleine Anzahl von Kunden in China aus, schreibt ASML in einer knappen Mitteilung.
Bereits vergangenen Oktober erklärte ASML, dass die damals angekündigten Verschärfungen vermutlich Auswirkungen auf "die regionale Verteilung unserer System-Verkäufe" haben werden.
Gegenüber 'Reuters' sagt ein Sprecher des niederländischen Aussenministeriums, es prüfe Anträge für Exportgenehmigungen von Fall zu Fall auf der Basis der nationalen Sicherheit. ASML gab nicht bekannt, für welchen Kunden die Maschinen gedacht waren. Gemäss Unternehmensangaben gehört die Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) zu den ASML-Kunden in China.
Angesichts der von den USA verhängten Beschränkungen hat die chinesische Regierung in den Aufbau einer eigenständigen Halbleiterlieferkette investiert. Gemäss 'Reuters' ist die Firma Shanghai Micro Electronics Equipment (SMEE) Chinas einziger bekannter Hersteller von Lithografiemaschinen. Dieses habe vergangenen Monat vor Aktionären erklärt, eine Lithografiemaschine für die 28-nm-Produktionstechnologie entwickelt zu haben. Dies liege zwar mehrere Generationen hinter den aktuellen Technologien zurück, bedeute aber dennoch einen Durchbruch für das Unternehmen und für China.

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Zürcher Justizdirektion beschafft IT-Unterstützung

Die Direktion schliesst mit zahlreichen IT-Dienstleistern Rahmenverträge über mehrere Millionen Franken für Personalressourcen ab.

publiziert am 10.6.2024
image

Schwyzer Kantonsratsdebatten können im Internet übertragen werden

Die Regierung war zwar dagegen, das Volk hat sich aber dafür entschieden.

publiziert am 10.6.2024 1
image

Neuer Leitfaden für den M365-Einsatz in Gemeinden

Die Zürcher Datenschutzbeauftragte erklärt, was bei der Einführung von Microsoft 365 berücksichtigt werden sollte, etwa mit Blick auf den Cloud Act.

publiziert am 7.6.2024 2
image

"Bund hat richtige Lehren aus Fall Xplain gezogen"

Bei 660 sicherheitsrelevanten Verträgen mit IT-Dienstleistern sind ungenügende Bestimmungen identifiziert worden. Nun laufen Nachverhandlungen. Abgesehen davon ist alles super.

publiziert am 6.6.2024