IBM-Forscher und Nobelpreisträger Karl Alex Müller gestorben

17. Januar 2023, 11:19
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Karl Alexander Müller und Johannes Georg Bednorz. Foto: ETH

Der Schweizer ist am 9. Januar im Alter von 95 Jahren gestorben. Vor rund 60 Jahren begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für IBM zu arbeiten.

Der Schweizer IBM-Forscher und Nobelpreisträger für Physik, Karl Alex Müller, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Er sei am 9. Januar friedlich eingeschlafen, schreiben seine Familie und das Forschungslabor IBM Research. Müller erhielt den Nobelpreis 1987 zusammen mit dem Deutschen Georg Bednorz.

Forschungskarriere startete bei IBM

Der am 20. April 1927 in Basel geborene Wissenschaftler begann vor rund 60 Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Zürcher Forschungslabor IBM Research mit Sitz in Rüschlikon. Die Physikabteilung leitete er laut der Anzeige von 1971 bis 1985. "Als Wissenschaftler war er international hoch angesehen und inspirierte mit seinen Arbeiten viele Kolleginnen und Kollegen zu Neuem", schreibt IBM.
Daneben lehrte und forschte er an der Universität Zürich (UZH). 1962 wurde Müller an der UZH zum Privatdozenten, 1970 zum Titularprofessor und schliesslich 1987 zum ordentlichen Professor für Festkörperphysik ernannt. 1994 wurde er emeritiert.
Auch nach seinem Altersrücktritt verfolgte der Physiker die Entwicklungen auf seinem Forschungsgebiet engagiert und unterhielt noch längere Zeit ein eigenes Büro auf dem Campus, schrieb die Universität Zürich in einer Mitteilung.

Nobelpreis für Müller und Bednorz

1986 entdeckte Müller zusammen mit Bednorz bei der Suche nach neuen Supraleitern die Hochtemperatur-Supraleitung. Dafür erhielten sie ein Jahr nach der Entdeckung den Nobelpreis für Physik. In der über hundertjährigen Geschichte der Nobelpreise haben bisher 30 Schweizer eine solche Auszeichnung erhalten.
Bis zur Entdeckung von Müller und Bednorz stand nur teures Helium als Kühlmittel für Supraleiter zur Verfügung. Während 75 Jahren hätten Forschende nach Materialien gesucht, die auch bei höheren Temperaturen supraleitend blieben.
Mit der neuen Gruppe von Hochtemperatur-Supraleitern konnte fortan Stickstoff als Kühlmittel benutzt werden, was günstiger, effizienter und einfacher handhabbar war. Hochtemperatur-Supraleiter finden heute etwa in Sensoren, Kraftwerken oder Medizinalgeräten Verwendung, so die UZH.

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