IBM verklagt Schweizer Unternehmen LzLabs

22. März 2022, 16:14
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Der Legacy-Modernisierer habe IBM-Patente verletzt, behauptet Big Blue.

IBM hat bei einem Gericht in Waco, Texas eine Klage gegen LzLabs eingereicht. Dies hat IBM selbst bekannt gegeben. In der Klageschrift werfe man dem Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz vor, wiederholt gegen verschiedene IBM-Patente verstossen zu haben, welche verschiedene Aspekte der Mainframe-Technologie von IBM abdecken. LzLabs habe sich zudem durch Reverse Engineering, Reverse Compiling und die Übersetzung von IBM-Software Betriebsgeheimnisse erschlichen. Darüber hinaus mache LzLabs falsche Angaben zu seinen Produkten, so die Vorwürfe.
LzLabs bietet Software an, mit deren Hilfe Unternehmen Mainframe-Applikationen in die Cloud oder auf Linux-Server migrieren und sich so von IBM-Hardware lösen können. 2016 hat LzLabs ein weiteres Schweizer Unternehmen, das auf diesem Gebiet tätig war, übernommen, das Lausanner Startup Eranea.
Wie IBM in seinem Statement zur Klage erklärt, sei das Schweizer Unternehmen im Besitz und unter der Führung von einigen der gleichen Individuen, die bereits früher das US-Unternehmen Neon Enterprise Software geführt hätten. In einem früheren Rechtsstreit zwischen IBM und Neon habe ein US-Gericht einigen Schlüsselangestellten von Neon verboten, Reverse Engineering und Reverse Compiling zu betreiben oder IBM-Software zu übersetzen. Das Gericht habe auch den weiteren Verkauf einiger der Softwareprodukte von Neon untersagt.
LzLabs wurde 2011 gegründet. Der Hauptsitz befindet sich in Wallisellen, daneben unterhält die Firma Niederlassungen in England, Kanada und Frankreich. Zu den Partnern von LzLabs gehören neben KPMG unter anderem Microsoft, Red Hat und Accenture.
Bis 2020 gehörte auch Swisscom dazu, seither "besteht keine Geschäftsbeziehung mehr zwischen LzLabs und Swisscom und auch die entsprechenden Applikationen sind bei uns nicht mehr in Betrieb", teilt Presseprecher Armin Schädeli mit.
Laut Angaben auf der Website beschäftigt LzLabs weltweit über 100 Entwicklerinnen und Entwickler.

Update, 25. März 2022: Ursprünglich war auch Swisscom als LzLabs-Partner genannt worden. Ergänzt wurde, warum das nicht mehr stimmt.

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