Am 1. Oktober hat IBM im deutschen Ehningen sein erstes Quantum Data Center ausserhalb der USA eröffnet. Dabei waren mehrere hochrangige Regierungsvertreter anwesend, darunter der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz. "Die Eröffnung des Quanten-Rechenzentrum von IBM in Ehningen ist eine gute Nachricht für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland und Ausdruck des Vertrauens von Investoren in Deutschland", sagte Scholz. "Die Bundesregierung unterstützt gezielt die Entwicklung von Quantentechnologien und treibt den Aufbau von Kompetenzen und Kapazitäten im Quantencomputing voran, um ein funktionierendes Ökosystem rund um den Bau von Quantencomputern zu befördern."
Materialwissenschaften, Finanzanwendungen und vieles mehr
Ebenfalls bei der Eröffnung vor Ort waren mehrere Unternehmen wie Bosch und Volkswagen sowie verschiedene Forschungsgesellschaften. Diese Organisationen sind Teil des Quantum Networks von IBM, die auf die Systeme im Quantum Data Center zugreifen können, um Algorithmen und Anwendungen des Quantencomputings zu erforschen.
IBM schreibt, das neue Zentrum solle bei der Entwicklung von Anwendungsfällen für das Quantencomputing helfen und Kunden bei der Erforschung von Algorithmen im Zeitalter der Quantenanwendung unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Berechnungen in Bereichen wie Materialsimulationen, der Hochenergiephysik oder der Produktentwicklung.
Heron-System von IBM
Das europäische Zentrum umfasst laut einer Mitteilung zwei Eagle-Systeme und werde bald ein IBM Quantum-Heron-System erhalten. Dabei handelt es sich laut den Angaben um den leistungsstärksten Quanten-Chip des Unternehmens. Heron verfüge über 133 Qubits und soll bis zu fünfmal leistungsfähiger sein als sein Vorgänger Eagle,
erklärte der Tech-Konzern Ende letzten Jahres. In der aktuellen Mitteilung betont der Konzern sein das Ziel, den "Quantenvorteil" zu erreichen. Das ist der Punkt, an dem Quantencomputer praktische Probleme besser lösen können als klassische Methoden.