Der 1990 ursprünglich als Usergruppe gegründete Schweizer Hoster und Cloud Provider Infomaniak ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Wie das Unternehmen mitteilt, ist sein Jahresumsatz in den vergangenen drei Jahren um 50% gestiegen und hat letztes Jahr 56 Millionen Franken erreicht. Dazu habe vor allem der Erfolg auf ausländischen Märkten beigetragen. Der Umsatz in der Schweiz sei um 14%, der Umsatz in Deutschland dagegen um 69% gestiegen. Auch in Frankreich und Belgien (je +19%), in Italien (+59%) und im Rest der Welt (+59%) konnte Infomaniak demnach zulegen. Dies sei unter anderem auf seine Position als schweizerisches beziehungsweise europäisches Unternehmen zurückzuführen, das Kunden souveräne und umfassende Cloud-Services bieten könne, so Infomaniak.
Gleichzeitig ist auch der Personalbestand kräftig angestiegen. Im Januar 2019 hatten die Genfer 105 Mitarbeitende, per Januar 2025 waren es 256 und per Anfang März dieses Jahres schon 316, mit über 80 Neueinstellungen in weniger als einem Jahr.
Die Aktien des Unternehmens sind vollständig im Besitz von 10% der Mitarbeitenden. Dieses Beteiligungsmodell garantiere die strategische Unabhängigkeit und das Fehlen von externen Einflüssen auf die industriellen und technologischen Ausrichtungen, argumentiert Infomaniak.
Um sein Wachstum fortzuführen und seine Cloud-Infrastrukturen weiter zu skalieren soll nun in den kommenden Jahren eine für Schweizer Verhältnisse recht grosse Summe investiert werden. Wie Infomaniak mitteilt, sollen in den kommenden Jahren 200 Millionen Franken in den Ausbau seiner Rechenzentrumsinfrastrukturen in der Schweiz, den Ausbau der Kapazitäten im Bereich Künstliche Intelligenz sowie die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte in den Bereichen Ingenieurwesen und F&E fliessen.
Neue Gesichter im VR
Um dem Wachstum gerecht zu werden, hat Infomaniak zudem seinen Verwaltungsrat erweitert. Bisher bestand er nur aus zwei Personen, dem Unternehmensgründer und Verwaltungsratspräsidenten Boris Siegenthaler sowie Frank Guemara als unabhängigem Verwaltungsrat. Nun kommen neu Patricia Solioz Mathys und Paul Such hinzu.
Solioz Mathys wird zur Vizepräsidentin ernannt. Zuletzt war sie sechs Jahre lang Generaldirektorin der Transports publics de la région lausannoise. Zuvor hatte sie mehrere Führungspositionen bei den Services Industriels de Genève inne, wo sie unter anderem als Direktorin Smart City tätig war. Der Cybersecurity-Spezialist Paul Such gründete 2002 den Security-Dienstleister SCRT,
der 2022 von Orange übernommen und in Orange Cyberdefense Schweiz integriert wurde.
Such ist gegenwärtig CEO von Swiss Post Cybersecurity.