Der Personaldienstleister Robert Half hat seine jährliche Lohnstudie für den Schweizer IT-Sektor veröffentlicht. Die Nachfrage nach spezialisierten Fachkräften von Cloud über Cybersecurity bis hin zu KI übersteige weiterhin das Angebot, hält Robert Half fest. Für die Studie wurden Angestellte von KMU ebenso wie von grossen Firmen und aus dem öffentlichen Sektor befragt.
Der Personaler unterteilt die Löhne in drei Gruppen: Berufseinsteiger und -einsteigerinnen, Personen mit fundierter Berufserfahrung sowie "überdurchschnittlich Qualifizierte" mit raren Fähigkeiten oder langer Berufserfahrung. Bei der mittleren Gruppe der Berufserfahrenen übersteigen alle Medianlöhne die Schwelle von 100'000 Franken. Einzig Helpdesk-Mitarbeitende für IT-Unterstützung, Datenmanager und Automation Specialists liegen mit 92'000 bis 98'000 Franken knapp darunter.
Höchste Löhne für Security- und KI-Spezialisten
Mit den höchsten Gehältern können laut Studie in dieser Gruppe mit fundierter Berufserfahrung unter anderem Security-Spezialisten mit 147'000 Franken sowie Master Data Manager und Lösungsmanager mit je 141'000 Franken rechnen. Noch darüber liegen Engineering Manager für KI-Agenten mit 170'000 Franken sowie Chief Security Officers, CIOs und CTOs. Bei den Führungskräften beginnen die Medianlöhne bei 204'000 Franken und reichen bis zu 243'000 für CIOs mit grosser Berufserfahrung. In einem
Online-Rechner von Robert Half können die verschiedenen Löhne gefiltert werden.
Die Top-Kompetenzen, für die Arbeitgeber höhere Löhne bezahlen, sind laut Robert Half Cybersecurity, Software- und Anwendungsentwicklung, Cloud-Technologien sowie Blockchain. Zertifikate und Abschlüsse, die aktuell stark nachgefragt werden, sind IT Infrastructure Library (ITIL), Microsoft (Azure, M365), CISSP, sowie CISA / CISM und Certified Ethical Hacker (CEH).
Manchen fehlt der Mut für Lohnverhandlungen
Der Personaldienstleister hat für die diesjährige Studie ein besonderes Augenmerk auf Lohnverhandlungen gelegt. "52% der von Robert Half befragten Arbeitnehmenden gaben an, dass sie im kommenden Jahr mehr Lohn durch Verhandlungen erzielen können. Jedoch fehlt 75% bislang der Mut oder die nötige Risikobereitschaft, um eine Gehaltserhöhung überzeugend zu begründen", so die Mitteilung zur Gehaltsübersicht. Die Mitarbeitenden würden genau abwägen, welche Optionen sie haben. "63% glauben, dass ein Verbleib beim aktuellen Arbeitgeber 2026 einen höheren Lohn bringt."
Viele Arbeitgeber würden angesichts des zunehmenden Wettbewerbs auch ihre Einstellungsstrategien überdenken. "Ein wettbewerbsfähiger Lohn allein reicht nicht aus: Die IT-Experten von heute legen auch Wert auf flexible Arbeitsmodelle, attraktive Zusatzleistungen und klare Karrierechancen", heisst es in der Studie.
Für Unternehmen bedeute dies, dass sie bei der Personalsuche einen "agileren, individuelleren Ansatz" verfolgen müssten. Für IT-Fachkräfte sei es auf der anderen Seite der ideale Zeitpunkt, um Positionen zu übernehmen, welche die digitale Zukunft mitgestalten.