Die globalen Ausgaben für Informations- und Kommunikationstechnologie übersteigen im laufenden Jahr erstmals die 6-Billionen-Marke. Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat seinen Jahresausblick nach oben korrigiert und rechnet nun mit einem Zuwachs von 13,5% (bisher 10,8%). Demnach würden voraussichtlich 6,3 Billionen Dollar in IT investiert, so Gartner.
Den grössten Anteil an den Ausgaben verortet die Marktforschenden bei IT-Dienstleistungen. Für Anwendungsimplementierung, Infrastrukturimplementierung und zugehörige Services sowie IaaS, werden Investitionen in Höhe von fast 1,9 Billionen Dollar erwartet. Gartner rechnet mit einem Anstieg von immerhin 9%. Das zweitgrösste Investitionsziel ist der Bereich Software, der um 15,1% wachsen soll und 1,4 Billionen Dollar schwer ist. Nur marginal kleinere Ausgaben (knapp 1,4 Billionen) erwarten die Marktforscher für Telekommunikationsservices, wobei diese Sparte nur Zuwächse von 4,8% aufweisen soll. Auch die Ausgaben für Geräte steigen um 8,2% und erreichen 856 Milliarden Dollar. Gartner zufolge wird das Wachstum in diesem Segment durch höhere Speicherkosten gedämpft, die die durchschnittlichen Verkaufspreise in die Höhe treiben.
RZ-Investitionen treiben Ausgaben an
Mit einer ähnlich hohen Summe ist in den nächsten Jahren auch im Rechenzentrumsgeschäft zu rechnen. Im laufenden Jahr kalkulieren die Marktforschenden allerdings "nur" mit Ausgaben in Höhe von rund 788 Milliarden Dollar. Diese Sparte verzeichnet mit satten 55,8% den grössten Zuwachs. Gartner spricht davon, dass sich das Wachstum in diesem Bereich deutlich stärker beschleunigt als zuvor erwartet.
Die Analysten heben aufgrund der KI-Investitionen ihre Schätzung von Anfang Februar an. "Diese neueste Prognose unterstreicht die zunehmende Dynamik im Bereich der KI-Infrastruktur und fortschrittlicher Speichertechnologien", kommentiert Gartner Analyst John-David Lovelock. "Mit der Zunahme der KI-Workloads steigen die Investitionen in Rechenzentren rapide an, was wiederum die Nachfrage nach Hochleistungsrechnern ankurbelt. Diese Dynamik schafft bedeutende Wachstumschancen für Unternehmen, die KI-optimierte Prozessoren, Beschleuniger und unterstützende Technologien anbieten."