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KI – das müssen Schweizer Unternehmen tun

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Dr. Garif Yalak leitet das Country Digital Acceleration Programm für Cisco in der Schweiz. In dieser Funktion verantwortet er die digitale Transformation des öffentlichen und privaten Sektors der Schweiz und ist Mitglied der Geschäftsleitung. Zuvor war Yalak als Dozent und Forscher an der ETH Zürich und der Harvard University tätig.

Die KI-Welle rollt, aber kaum ein Unternehmen ist darauf vorbereitet. Eine neue Studie zeigt: 97 % der CEOs sehen Künstliche Intelligenz als entscheidend für ihre Zukunft, doch fast niemand fühlt sich ausreichend gerüstet. Praktische Tipps gibt es auf der Cisco Connect Switzerland am 18.6. in Zürich

Alle wollen Künstliche Intelligenz – doch keiner weiss wie. So könnte man die aktuelle Stimmungslage in Unternehmen zusammenfassen. Das bestätigen gleich zwei aktuelle Umfragen: Gemäss der Cisco-CEO-Studie 2025 planen 97 Prozent der europäischen CEOs, KI in ihre Geschäftsabläufe zu integrieren. Dabei kennen 87 Prozent die Vorteile von KI für ihr Unternehmen gut. Doch lediglich ein Prozent fühlt sich vollständig bereit dafür. 69 Prozent befürchten, aufgrund von unzureichendem IT-Wissen und Infrastrukturlücken gegenüber der Konkurrenz an Boden zu verlieren.
Zeitdruck bei der KI-Integration
Viele Unternehmen wissen, dass sie schnell handeln müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Laut dem Cisco AI Readiness Index 2024 hat für 99.5 Prozent der Schweizer Unternehmen die Dringlichkeit des KI-Einsatzes in den letzten Monaten zugenommen – vor allem angetrieben durch die Führungsebene. Fast die Hälfte (48 %) der Unternehmen verwendet zwischen 10 % - 30 % ihres IT-Budgets für KI-Projekte. 2024 befinden sich inzwischen 34 % der befragten Schweizer Unternehmen in den zwei besten Leistungsklassen von vier. 2023 waren es nur 24 %. Trotz der Aufholjagd befindet sich die Schweiz damit im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld und lediglich 8 % der Firmen sind vollständig darauf vorbereitet, KI produktiv einzusetzen.
KI als Treiber für Effizienz und Innovation
CEOs in Europa wollen mithilfe von KI vor allem die Effizienz steigern (61 %), Innovationen vorantreiben (60 %) und die Konkurrenz überflügeln (55 %). Das soll durch ein höheres Innovationstempo, vereinfachte Abläufe und eine schnellere Anpassung an digitale Veränderungen gelingen.
Insbesondere in Bereichen, in denen sich Prozesse automatisieren lassen, führt KI zu Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen, so das ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. KI-gesteuerte Automatisierung ermöglicht etwa eine optimierte Produktion und Logistik. Maschinelles Lernen und Datenanalysen bieten tiefe Einblicke in Kundenwünsche und zeichnen ein klares Bild aktueller Marktdynamiken. Ausserdem kann KI Mitarbeitende bei vielen Routinetätigkeiten oder bei der Kreation unterstützen – und schneller zu besseren Ergebnissen führen.
Die grössten Hindernisse
Dabei sehen die europäischen CEOs aber folgende Hürden: Qualifikationsdefizite (34 %), fehlende Anwendungsszenarien (33 %), Infrastrukturlücken (32 %) und Risiken in der IT-Sicherheit (31 %). Entsprechend erachten sie KI-spezifisches Wissen (51 %) und Schulungen für ihre Belegschaft (46 %) als ähnlich wichtige Schritte wie erweiterte Datenkapazitäten (53 %), verbesserte Netzwerkinfrastruktur (49 %), Investitionen in Rechenzentren (44 %) und erweiterte Sicherheitsmassnahmen (41 %).
Gerade in Sachen Belegschaft mit KI-spezifischem Wissen hapert es aufgrund des IT-Fachkräftemangels, der sich in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird. So gab es laut einer Erhebung des Personalunternehmens x28 im Jahr 2022 fast 12’000 unbesetzte IT-Stellen in Schweizer Unternehmen. Die Zahl hat sich seitdem weiter vergrössert.
Weiterbildung als Basis
Das bedeutet: Ohne strategische Herangehensweise und gezielte Massnahmen zur Weiterbildung von Mitarbeitern und Einsteigern wird KI in vielen Unternehmen ein Wunschtraum bleiben. Dazu sind zunächst die nötige Sensibilisierung und ein Grundverständnis zu schaffen. Das erfolgt über Einführungsseminare, weiterführende Online-Kurse und Live-Demos. Technische Schulungen und praxisnahe Trainings zeigen anschliessend die Möglichkeiten von KI für die verschiedenen Fachabteilungen auf. Insbesondere in der Anfangsphase sorgen interne KI-Botschafter und Kommunikationsplattformen für den nötigen Informationsaustausch.
Zur nachhaltigen Nutzung von KI tragen Pilotprojekte, Ideenwettbewerbe und Hackathons bei. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sammeln darüber praktische Erfahrungen und entwickeln mithilfe von Low-Code-/No-Code-Plattformen eigene KI-Anwendungsfälle. Für den produktiven Einsatz müssen Datenquellen geprüft, Datenschutzrichtlinien beachtet sowie die geeigneten Tools bereitgestellt werden.
Doch es sind nicht nur die Firmen selbst gefordert, sondern auch die IT-Anbieter und die Politik. Cisco will zum Beispiel bis 2030 in Europa 1,5 Millionen Menschen in verschiedenen IT-Bereichen weiterbilden. Das wird durch die Schulung von 5.000 Lehrkräften in den nächsten fünf Jahren unterstützt. Kurse behandeln etwa die Auswirkungen von KI auf Cybersicherheit, IT-Netzwerke und andere IT-Bereiche. Sie vermitteln Ausbildern das nötige Wissen und die Fähigkeiten, um die nächste Generation von KI-Fachleuten zu unterrichten.
Branchenübergreifende Zusammenarbeit
Zudem haben führende Technologie-Firmen und Beratungsunternehmen das «AI-Enabled ICT Workforce Consortium» gegründet. Es will konkrete Erkenntnisse zu den KI-Folgen für Tech-Beschäftigte gewinnen, neue Möglichkeiten für Umschulungen und Weiterbildungen entwickeln sowie Unternehmen mit qualifizierten Fachkräften in Kontakt bringen. Die Mitglieder wollen insgesamt weltweit 95 Millionen Menschen weiterbilden. Zum Konsortium gehören unter anderem Cisco, SAP, Accenture, Eightfold, Google, IBM, Indeed, Intel und Microsoft. Es steht weiteren Partnern wie Behörden, NGOs oder Hochschulen offen.
Denn gerade der IT-Fachkräftemangel kann nur mit einer branchenübergreifenden Zusammenarbeit gelöst werden. Hier müssen IT-Anbieter und Kunden, Wirtschaft und Politik, Arbeitgeber und Mitarbeitende Hand in Hand gehen. Das erfordert die richtigen Weichenstellungen, ausreichend Budgets, eine klare Priorisierung und Verantwortlichkeit – sowie den Willen, neue Technologien auszuprobieren und einzusetzen. Dann können Schweiz und Europa zumindest in bestimmten KI-Bereichen eine Vorreiterrolle übernehmen.

Wer sich einen Überblick über die Vielzahl an KI-Lösungen verschaffen möchte, hat dazu am 18. Juni 2025 auf der Cisco Connect Switzerland in Zürich eine gute Gelegenheit. Teilnehmende können sich auf Keynotes, das gesamte Cisco-Portfolio, praxisnahe Kundenberichte mit Best Practices und Networking-Möglichkeiten freuen. Eine kostenlose Anmeldung ist hier möglich.

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