KI-Trends 2026: Agenten, Souveränität und Kontrolle

20. März 2026 um 10:09
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Illustration: Getty Images / Unsplash+

Unternehmen setzen KI produktiv ein, kämpfen aber mit Betrieb, Regulierung und fehlender technologischer Souveränität, wie eine Analyse von EY Schweiz zeigt.

Künstliche Intelligenz wird 2026 zunehmend zum strategischen Thema für Unternehmen, nicht nur technologisch, sondern auch mit Blick auf Regulierung und geopolitische Abhängigkeiten. EY Schweiz identifiziert in einer Analyse, welche KI-Trends das Jahr besonders prägen werden.
KI-Agenten haben laut EY den Sprung in den produktiven Einsatz geschafft. Besonders in der Softwareentwicklung sei der Einfluss sichtbar: Bereits Ende 2025 wurde EY zufolge fast die Hälfte des Codes auf Github mithilfe von KI erstellt. Gleichzeitig bleibe der produktive Einsatz anspruchsvoll, da Ergebnisse variieren können und sich Fehler in komplexen Systemen verstärken. Der grösste Aufwand liegt gemäss EY oft nicht im Modell selbst, sondern im Betrieb, etwa bei Sicherheit, Testing und stabilen Entwicklungsprozessen.

Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung

Mit dem Konzept der "Sovereign AI", so EY, rücke die Frage nach technologischer Unabhängigkeit 2026 stärker in den Fokus. Adrian Ott, Chief AI Officer bei EY Schweiz, sagt: "Heute stützt sich ein grosser Teil der Schweizer Unternehmen, die KI produktiv einsetzen, auf Modelle grosser Anbieter aus den USA."
Europa liegt laut EY sowohl bei leistungsfähigen Modellen als auch bei Rechenkapazitäten deutlich zurück. Gleichzeitig erhöhen geopolitische Unsicherheiten den Druck, eigene Infrastrukturen und Kompetenzen aufzubauen. Für Unternehmen würden Fragen nach Datenstandort, Kontrolle über Modelle und Resilienz der eigenen KI-Architektur 2026 zentral.

Physical AI und Governance

Parallel zur generativen KI rücke auch Physical AI stärker in den Fokus – also der Einsatz von KI zur Steuerung von Maschinen und Robotern. Fortschritte bei Simulationen und sogenannten Digital Twins würden es ermöglichen, Systeme in virtuellen Umgebungen zu trainieren, bevor sie real eingesetzt werden. Unternehmen, die früh Erfahrungen sammeln, sichern sich laut EY potenzielle Wettbewerbsvorteile durch Betriebsdaten und Trainingsinformationen. "Physische KI erhält derzeit weniger öffentliche Aufmerksamkeit als generative KI, doch sie wird die grössten und wichtigsten Branchen nachhaltig verändern", so Ott.
Gleichzeitig fehlen vielen Unternehmen noch klare Strategien und Governance-Strukturen, wie EY schreibt. Regulierung und Anforderungen an Transparenz und Kontrolle würden auch 2026 weiter zunehmen. "KI-Governance übernimmt die entscheidende Aufgabe, regulatorische Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren", so Ott. Die Schweiz verfolge dabei einen sektorspezifischen Ansatz mit Fokus auf internationale Anschlussfähigkeit.

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