Auf dem Walensee werden seit dieser Saison spezifische Daten zur Schifffahrt erhoben. Grund dafür ist ein Projekt, bei dem auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Das regionale Transportunternehmen misst dafür Informationen zu Schaltungen der Motoren, Drehzahlen, Ruderständen, Geschwindigkeit oder den Energieverbrauch der eingesetzten Schiffe.
Damit will der Schifffahrtsbetrieb einen Beitrag zu Themen wie Klima, Energieressourcen und Unabhängigkeit leisten. Die gesammelten Daten sollen von einer Künstlichen Intelligenz analysiert werden, um das Unternehmen effizienter zu machen. Zusätzlich soll die Firma dadurch bei der Planung und Steuerung des Betriebs unterstützt werden, schreibt die 'Linth-Zeitung'
(Paywall).
20 bis 30% Einsparungen
Zusammen mit den Firmen Shiptec und J&A Informatik sowie mit der Ostschweizer Fachhochschule Ost wurde eine nach eigenen Angaben europaweit einzigartige KI-Lösung entwickelt. Mit dieser "können wir den Energieverbrauch der Walensee-Schifffahrt um 20 bis 30% reduzieren, den CO₂-Ausstoss verringern und die Lebensdauer der Schiffe verlängern", sagte Daniel Grünenfelder, Geschäftsführer des Schifffahrtsbetriebs gegenüber der Zeitung.
Für die Realisierung des Projekts arbeitet Grünenfelder mit Daniel Politze, Professor für Informationsmanagement und Product Operations, und André Podleisek, Professor für Nachhaltigkeit und Qualität in der Industrie und Nachhaltigkeitsbeauftragter, von der Fachhochschule Ost zusammen. Politze übernimmt die Analyse der gesammelten Daten, Podleisek bringt Know-how in den Bereichen CO₂-Emissionen und Biodiversität mit.
Finanzierung noch offen
Derzeit arbeitet die Schifffahrtsgesellschaft zusammen mit den Forschern an einem Finanzierungsantrag an die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse. Doch unabhängig vom Entscheid, wollen die Beteiligten das Projekt umsetzen, auch wenn sie die Kosten schlussendlich selber tragen müssten.
Die Umrüstung der Schiffe soll gemäss der 'Linth-Zeitung' bereits in der nächsten Saison starten. Ab dann sollen alle 5 Schiffe durch Künstliche Intelligenz unterstützt werden. "Wir rüsten unsere ganze Flotte schrittweise und konsequent auf", sagte Grünenfelder. In der Wintersaison soll jetzt aber erstmal das Projekt weiterentwickelt werden.
So werden beispielsweise Daten zu Kundenströmen gesammelt, um daraus Optimierungen für die Fahrpläne, Routen und Schiffsgrössen abzuleiten. Dazu sollen auch andere Schiffsunternehmen bei solchen Aufrüstungsprozessen unterstützt werden. "Die Geschäftsführenden anderer Schiffsunternehmen interessieren sich für unser Leuchtturmprojekt und unsere Erfahrungen", erklärte der Geschäftsführer.