Lesebeschränkungen bei Twitter sorgen für Ärger

3. Juli 2023 um 10:23
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Illustration: Midjourney

Es hagelt Kritik. Eigentümer Elon Musk spricht von einer vorübergehenden Massnahme aus Sicherheitsgründen. Vielleicht will er auch nur sparen.

Der Twitter-Besitzer Elon Musk hatte am Samstag, 1. Juli, überraschend verkündet, dass Nutzerinnen und Nutzer vorübergehend nur noch eine bestimmte Anzahl an Tweets pro Tag lesen können. Zuvor hatten viele Nutzer Probleme mit der Plattform gemeldet.
Musk zufolge gelten für unterschiedliche Nutzergruppen unterschiedliche Regeln: Nutzerinnen und Nutzer mit verifizierten Accounts können auf Twitter bis auf Weiteres noch 6000 Beiträge pro Tag lesen. Für solche mit nicht verifizierten Accounts sind es nur noch bis zu 600 pro Tag. Neue nicht verifizierte Accounts haben sogar nur noch Zugriff auf maximal 300 Tweets.
Die Lesebeschränkungen seien notwendig, schrieb Musk, um einem "extremen Ausmass an Datenabschöpfung und Systemmanipulation" entgegenzuwirken. Gemeint sind damit Unternehmen, die Twitter-Daten abgreifen, um KI-Systeme zu trainieren oder manipulierbare User zu identifizieren.

Nutzer wollen Twitter den Rücken kehren

Viele Nutzerinnen und Nutzer äusserten Kritik an dem Vorgehen, weil sie nicht mehr wie gewohnt auf die auf der Plattform geteilten Inhalte zugreifen konnten. "Häufigkeitslimit überschritten", war ein oft geteilter Screenshot. Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich der Hashtag #RIPTwitter, der sich mit "Ruhe in Frieden, Twitter" übersetzen lässt. Einige kündigten an, Twitter den Rücken zukehren zu wollen, sollten die Beschränkungen bestehen bleiben.
Musk reagierte und kündigte in einem weiteren Beitrag auf Twitter an, das Limit bald erhöhen zu wollen. Nutzerinnen und Nutzer verifizierter Accounts könnten dann statt 6000 bis zu 8000 Tweets pro Tag lesen, solche mit nicht verifizierten Accounts 800 statt 600. Neue nicht verifizierte Accounts hätten dann Zugriff auf maximal 400 statt 300 Tweets. Später schrieb er: "Jetzt auf 10'000, 1000 und 500." Damit könnte er gemeint haben, dass er das Limit noch einmal erhöht.
Eigentlich hat Twitter ja seit Mitte Mai eine neue Chefin, während sich Musk in den Hintergrund zurückziehen wollte. Die Beschränkung der Lesekontingente scheint aber komplett sein Ding zu sein.
Ob nicht doch etwas anderes als "Datenabschöpfung und Systemmanipulation" dahintersteckt, spekuliert das Magazin 'Platformer'. Dem Bericht zufolge geht es vielmehr um nicht bezahlte Google-Cloud-Rechnungen.

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