Mehr Kontrolle nach millionenteurem IT-Flop bei den Parlaments­diensten

3. Januar 2023 um 10:12
  • politik & wirtschaft
  • e-government
  • beschaffung
  • parlament
image
Foto: Hansjörg Keller / Unsplash

1,77 Millionen Franken müssen die Parlamentsdienste dem IT-Lieferanten Cognita als Entschädigung zahlen. Jetzt will man die Kontrollen verbessern.

Kurz vor Jahresende äusserte sich das Berner Obergericht zum IT-Projekt Soprano, das die Parlamentsdienste im Februar 2018 für 7,9 Millionen Franken an die Firma Cognita vergeben hatten und das im Mai 2020 abgebrochen wurde. Offenbar, weil der Lieferant im Rahmen des zwei Jahre zuvor abgeschlossenen Vertrages keine taugliche Lösung zur Verfügung stellen konnte.
Mit Soprano sollten die Parlamentsdienste ein neues Informationssystem (IS) "zum Monitoring von Inhalten (Medien, Blogs, interne Publikationen, etc.), welche für die Arbeit des Parlamentes relevant sind" erhalten. Dazu sollten relevante Informationen, die aus internen und externen Datenquellen stammen, den Parlamentariern bereitgestellt werden.
Nun sprach das Obergericht Cognita eine Entschädigung in Höhe von 1,77 Millionen Franken zu. Die Ausgestaltung der vertraglichen Verpflichtungen und auch das Beiziehen eines spezialisierten Anwalts wirkten sich zum Nachteil der Parlamentsdienste aus, wie es in der Mitteilung heisst. Die entsprechenden Rückstellungen wurden laut den Parlamentsdiensten bereits vor dem Prozess gemacht.

Mehr Kontrolle und bessere Zusammenarbeit mit dem BBL

Nun werden die Lehren aus der Geschichte gezogen. So bauen die Parlamentsdienste eine eigene Kompetenz für Vertrags- und Beschaffungsrecht auf, die mit einer spezialisierten juristischen Fachperson besetzt werden soll. Diese Ausschreibung läuft zurzeit.
Die heutige Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) im Bereich der Beschaffungen soll zudem verstärkt werden. Zu diesem Zweck wird eine Vereinbarung abgeschlossen. Eine interne Revisionsstelle soll in Zukunft schliesslich prüfen, dass die Entscheidungsprozesse und Vorschriften eingehalten werden.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Basel-Landschaft erneuert IT-Arbeitsplätze für 16,7 Millionen

Der Kanton hat drei Aufträge rund um den IT-Arbeitsplatz seiner Verwaltung vergeben. Die Zuschläge gehen an MTF Solutions, Dplan, Bechtle und Brack.

publiziert am 13.10.2026
imageAbo

Berufsbildungszentrum beschafft Prüfungs- und Lernplattform

Für 5,6 Millionen Franken liefert die deutsche Firma Arrabiata Solutions eine neue Plattform. Diese stellt das Zentrum Kantonen und Organisationen zur Verfügung.

publiziert am 13.10.2026
imageAbo

Kanton Zürich kann bei Gever-Software sparen

Das Geschäftsverwaltungssystem von CM Informatik soll in allen Verwaltungseinheiten zum Einsatz kommen. Dafür wird ein kostengünstiger kantonsweiter Vertrag abgeschlossen.

publiziert am 12.10.2026
image

EU will von OpenAI und Anthropic Klarheit über KI-Risiken

Nach den Cyberangriffen durch KI-Systeme erhöht Brüssel den Druck auf OpenAI und Anthropic. Die EU-Kommission fordert Antworten zu den Risiken von KI-Modellen.

publiziert am 12.10.2026