Schweizer Unternehmen und Privatpersonen geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. Das zeigen nicht nur die jüngsten Hacker-Vorfälle bei der Internetplattform
Ricardo, bei der Bundespensionskasse
Publica und der Raumfahrtfirma
Beyond Gravity. Auch die Zahl der freiwilligen Meldungen über Cybervorfälle beim Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) hat einen neuen Höchststand erreicht, wie die Behörde meldet.
In der vergangenen Woche gingen beim Bacs 1587 freiwillige Meldungen ein. Das sei der höchste Wochenwert seit mindestens Anfang 2025. Der bisherige Spitzenwert von 1353 Meldungen einen Monat davor wurde damit um gut 17% übertroffen. Allerdings handle es sich dabei überwiegend um Phishing, Betrugsversuche und unerwünschte Nachrichten. Nicht jede Meldung bedeutet, dass ein Cyberangriff erfolgreich war oder ein Schaden entstanden ist.
Zugenommen haben auch die meldepflichtigen Cybervorfälle bei kritischen Infrastrukturen. Von Januar bis August registrierte das Bacs insgesamt 280 Meldungen. Von April bis August waren es 173 nach 104 im Vorjahreszeitraum. Die Meldepflicht wurde erst
im April 2025 eingeführt. Auch der
Halbjahresbericht des Bacs verdeutlicht die Entwicklung. Gleichzeitig warnt die Behörde vor zunehmend gezielten Betrugsversuchen, bei denen Cyberkriminelle Künstliche Intelligenz einsetzen, um ihre Nachrichten glaubwürdiger und persönlicher zu gestalten.
Dass Cyberangriffe für Schweizer Unternehmen ein wachsendes Problem darstellen, zeigt eine Mitte September veröffentlichte Deloitte-Studie mit Befragungen von 281 Verwaltungsratsmitgliedern kleinerer, mittlerer und grösserer Firmen. Demnach waren laut Einschätzung bereits 41% der befragten Unternehmen von einer Cyberattacke betroffen. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als vor drei Jahren.