Der Facebook-Mutterkonzern Meta plant die Entlassung von 8000 Mitarbeitern. Zur Begründung hiess es, man wolle das Unternehmen effizienter machen und Ausgaben ausgleichen. Denn Meta investiert gerade in grossem Stil in Infrastruktur für KI. Allein für dieses Jahr wurden Kapitalinvestitionen zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Meta-Chef Mark Zuckerberg signalisierte bereits im Januar, wohin die Reise geht. 2026 sei das Jahr, in dem KI anfangen werde, die Arbeitsweisen "dramatisch" zu verändern. Man erlebe, dass "Projekte, die früher ein grosses Team brauchten, nun von einer einzigen, sehr begabten Person erledigt werden", schwärmte der Facebook-Gründer.
Vier Wochen Ungewissheit
Das warf schon damals die Frage auf: Was könnte das für die Jobs bedeuten? Jetzt kommt die Antwort: Rund jeder zehnte Beschäftigte bei Meta wird am 20. Mai entlassen. Ausserdem sollen etwa 6000 bereits freie Stellen nicht besetzt werden.
Es ist allerdings erst April. Der Belegschaft stehen damit rund vier Wochen quälender Ungewissheit bevor, wer den Job behalten darf und wer gehen muss. Das sei "unglaublich aufreibend", räumte Personalchefin Janelle Gale in einer E-Mail an die Mitarbeiter ein. Aber man habe nach Leaks die noch nicht finalisierten Pläne bekanntgeben müssen.
KI lernt aus Mitarbeitenden-Tätigkeit
Künstliche Intelligenz ist schon seit einiger Zeit gut darin, Software zu schreiben. Der nächste Schritt sind KI-Agenten: Software, die eigenständig Aufgaben erledigen kann. In einer zweiten Meta-Mail, von der das 'Wall Street Journal' berichtete, schrieb der Technikchef und Zuckerberg-Vertraute Andrew Bosworth, das darin die Vision für die Zukunft des Konzerns liege. Die KI-Agenten sollten den Grossteil der Arbeit erledigen. Die Rolle der menschlichen Mitarbeiter sei, sie "anzuführen, zu prüfen und ihnen zu helfen, besser zu werden", zitierte die Zeitung aus der E-Mail.
In den vergangenen Tagen war Meta bereits in den Schlagzeilen, weil sich im Netz eine interne Ankündigung verbreitete, wonach Mitarbeiter des Konzerns sich darauf einstellen müssen, dass ihre Computer-Nutzung von Software aufgezeichnet werden soll – damit künftige KI-Modelle daraus lernen können.