Microsoft schränkt Bing-Chatbot ein

20. Februar 2023 um 10:12
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Foto: Carter Hightower / Unsplash

Nachdem der KI-Chatbot der Suchmaschine wiederholt aus dem Ruder gelaufen ist, werden die Möglichkeiten zur Interaktion reduziert.

Microsoft hat die Nutzung seines Bing-Chatbots eingeschränkt, der mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz auch komplexe Fragen beantworten und ausführliche Konversationen führen kann. Der Software-Konzern reagiert damit auf etliche Vorfälle, in denen der Text-Roboter aus dem Ruder gelaufen ist und Antworten formuliert hat, die als übergriffig und unangemessen empfunden wurden.
In einem Blog-Eintrag kündigte das Unternehmen an, Bing-Chats nun auf 50 Fragen pro Tag und fünf pro Sitzung zu begrenzen. "Unsere Daten haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen die Antworten, die sie suchen, innerhalb von 5 Runden findet", erklärte das Bing-Team. Nur etwa ein Prozent der Chat-Unterhaltungen enthalte mehr als 50 Nachrichten. Wenn die Nutzerinnen und Nutzer das Limit von 5 Eingaben pro Sitzung erreichen, wird Bing sie auffordern, ein neues Thema zu beginnen.
Microsoft hatte zuvor bereits davor gewarnt, den KI-Chatbot, der sich noch in einer Erprobungsphase befindet, in lange Konversationen zu verwickeln. Längere Chats mit 15 oder mehr Fragen könnten demnach dazu führen, dass Bing "sich wiederholt oder zu Antworten veranlasst beziehungsweise provoziert wird, die nicht unbedingt hilfreich sind oder nicht mit unserer beabsichtigten Tonalität übereinstimmen."
Für Aufsehen im Netz hatte unter anderem ein Test des Bing-Chatbots durch einen Reporter der 'New York Times' gesorgt. In einem mehr als zweistündigen Dialog behauptete der Chatbot, dass er den Journalisten liebe. Dann forderte er den Reporter auf, sich von seiner Frau zu trennen.
Microsoft setzt bei seinem Bing-Chatbot auf Technik des Startups OpenAI und unterstützt das kalifornische KI-Unternehmen mit Milliarden. Microsoft-CEO Satya Nadella sieht in der Einbindung von KI-Funktionen zum einen die Chance, die Marktverhältnisse im Wettbewerb mit dem Google-Konzern Alphabet umzukehren. Ausserdem will er mit Hilfe von KI die Vormachtstellung seiner Bürosoftware absichern und das Cloud-Geschäft mit Microsoft Azure vorantreiben. Google hat mit dem Chatbot Bard eine eigene KI-Offensive gestartet, um den Vorstoss von Microsoft und OpenAI zu kontern.

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