In den drei Monaten bis Ende Juni 2022 schnitt Microsoft trotz deutlichem Umsatzwachstum schlechter ab als von Marktanalysten erwartet. Der Umsatz stieg im letzten Quartal um 12% auf knapp 51,9 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte um 8% nach oben.
Im Geschäftsjahr 2022, das am 30. Juni endete, erwirtschafteten die Redmonder einen Umsatz von 198,3 Milliarden (+18%) und einen operativen Gewinn von 83,4 Milliarden Dollar (+19%).
Laut von 'Reuters' zitierten Zahlen hatten Analysten mit einem Quartalsumsatz von deutlich über 52 Milliarden Dollar gerechnet. Der Konzern gab eine optimistische Prognose für das im Juli gestartete neue Geschäftsjahr ab und rechnet mit einem Zuwachs bei Umsatz und operativem Gewinn im zweistelligen Prozentbereich. Die überraschten Anleger liessen die Aktie im nachbörslichen Handel am Dienstag um rund 4% steigen.
Die Ergebnisse des 4. Quartals seien durch verschiedene Faktoren negativ beeinflusst worden, schreibt Microsoft in einer Mitteilung. Dazu gehöre der starke Dollar und der daraus resultierende unvorteilhafte Wechselkurs. Die Lockdowns in China hätten sich negativ auf das PC-Geschäft und somit das OEM-Business (-2%) ausgewirkt. Hinzu gekommen sei der Entscheid, die Geschäfte in Russland signifikant herunterzufahren. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung der Geschäftsbereiche ist es ausserdem zu Entlassungen kommen. Aufwendungen für Abfindungen hätten mit 113 Millionen Dollar zu Buche geschlagen.
Wachstum bei Dynamics, Office und Linkedin
Microsoft betont das Wachstum im Cloud-Bereich. Für "Azure und andere Cloud-Services" wurde ein Umsatzplus von 40% gemeldet. Insgesamt seien die Einnahmen mit Server-Produkten und Cloud-Services um 22% angestiegen. Der Umsatz mit Dynamics-Produkten habe um fast 20% zugelegt.
Ein Plus von 26% vermeldet der Konzern bei Linkedin. Im Consumer-Bereich aber bekommt Microsoft die wirtschaftlichen Unsicherheiten und Inflation zu spüren. Das Xbox-Business war ebenso wie das Windows-Lizenz-Geschäft rückläufig. Für die nächste Zeit geht Microsoft von einem weiter schwachen PC-Geschäft aus.
"Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres sind wir weiterhin bestrebt, ein Gleichgewicht zwischen operativer Disziplin und kontinuierlichen Investitionen in strategische Schlüsselbereiche zu finden, um zukünftiges Wachstum zu fördern", so CFO Amy Hood in der Mitteilung.