Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat den Einsatz von virtuellen Agentinnen und Agenten angekündigt. Künstliche Personen sollen in der virtuellen Welt Informationen beschaffen, wie Schweizer Radio 'SRF' berichtet. Im Visier sind Terrorismus und Gewaltextremismus.
Bereits "in mehreren Fällen" habe der NDB von der Hilfe virtueller Agenten von ausländischen Partnerdiensten profitiert, wie er in einer schriftlichen Antwort an das Radio festhielt, die auch der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA' vorliegt.
Um selber Kapazitäten zu entwickeln und nicht von Partnerdiensten abhängig zu sein, setze der NDB derzeit ein eigenes Projekt für den Einsatz virtueller Agentinnen und Agenten um. Diese wird er für die operationelle Informationssuche in sozialen Netzwerken einsetzen. Sie sollen nachrichtendienstlich relevante Daten suchen. "Der NDB macht keine Angaben zur Anzahl der virtuellen Agenten und deren Fähigkeiten oder zum Zeitplan", teilte er weiter mit.
Amherd muss absegnen
Der Einsatz virtueller Agentinnen und Agenten unter Tarnidentitäten ist rechtlich gleich geregelt, wie jener realer. So muss nach geltendem Gesetz Verteidigungsministerin Viola Amherd jede falsche Identität bewilligen.
Auch der Einsatz virtueller Agenten wird der Aufsicht der Kontrollorgane des Nachrichtendiensts unterstehen. Das sind insbesondere die unabhängigen Aufsichtsbehörde über die nachrichtendienstlichen Tätigkeiten (AB-ND) und die Geschäftsprüfungsdelegation des eidgenössischen Parlaments.
Korrigendum 19 Uhr: in einer ersten Version war fälschlich von KI-Agenten statt von virtuellen Agenten die Rede.