Neue Chipfabrik in der Schweiz geplant

31. Juli 2025 um 10:36
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Informationsveranstaltung zur geplanten Chipfabrik an der Empa Akademie in Dübendorf. Foto: Swissmem

Bis 2028 soll im Grossraum Zürich eine Produktionsstätte für Halbleiter aufgebaut werden. Derzeit wird aber noch Geld für das Vorhaben gesucht.

Im April hat ein Konsortium, angeführt vom Schweizer Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem), den Bau einer Anlage zur Entwicklung und Herstellung von Chips in den Aussenbezirken von Zürich vor­ge­schlagen. Wie die Nach­richten­agentur 'Bloomberg' (Paywall) schreibt, befindet sich die Organisation jetzt in frühen Verhandlungen über eine mögliche Finanzierung.
Die geplante Halbleiterfabrik mit dem Namen Swiss Chip Fablab dürfte rund 200 Millionen Franken kosten, wie aus Unterlagen zum Projekt hervorgeht. Derzeit werde um Investitionen von namhaften Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall und Thales geworben, schreibt 'Bloomberg'. Diese Konzerne könnten die in der Schweiz produzierten Chips in ihren Radar- und Waffensystemen einsetzen.
Gegenüber 'Bloomberg' bestätigte ein Sprecher von Swissmem, dass das Konsortium Gespräche mit verschiedenen Verteidigungsunternehmen geführt hat, lehnte es aber ab, mehr dazu zu sagen. Auch Rheinmetall lehnte eine entsprechende Stellungnahme ab. Ein Vertreter von Thales sagte, es gebe keine Pläne für eine solche Investition.

Deutungshoheit zurückgewinnen

Derzeit gibt es auf der ganzen Welt Bestrebungen, die Deutungshoheit über die Chipindustrie zurückzuerlangen. So wird in China, den USA und in der EU viel Geld investiert, um eigene Produktionsstätten aufzubauen. "Es geht darum, sicherzustellen, dass die Lieferkette nicht unterbrochen wird, so dass man nicht so leicht ausgeschlossen werden kann", sagte eine Analystin gegenüber 'Bloomberg'.
Ein neues Halbleiterwerk würde auch der Schweiz die Möglichkeit geben, sich als Zulieferer in einem kritischen Sektor zu etablieren, den sowohl die Vereinigten Staaten als auch China aus Gründen der nationalen Sicherheit eingeschränkt haben. So könnte die Anlage beispielsweise genutzt werden, um Chips mit strengen Sicherheitsanforderungen für militärische Auftragnehmer zu produzieren.

Gemeinsame Nutzung

Lars Sommerhäuser, Wissenschaftler an der Eidgenössischen Material­prüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), sagte, das Projekt sei darauf ausgelegt, den lokalen Produktionsbedarf zu decken, und sein Umfang werde von der verfügbaren Finanzierung abhängen. Geplant ist eine 4000 Quadratmeter grosse Produktionsanlage.
Dort soll ein hochmoderner Reinraum und ein streng kontrollierter Produktionsraum entstehen. Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen, könnten die gemeinsam genutzten Geräte in der Einrichtung kostengünstiger betreiben, als ihre eigenen zu bauen oder zu kaufen, heisst es im Dokument zur Chipfabrik.
"Die gemeinsame Nutzung von teuren Werkzeugen ist in diesem Bereich sinnvoll, da diese Werkzeuge in der Regel schnell veralten", sagte Jürg Leuthold, Professor an der ETH Zürich und Mitwirkender am Projekt. Laut ihm könnte das auch der Hochschule helfen, ihre Kosten zu senken.
Auch Armasuisse könnte sich an der Halbleiterfabrik beteiligen. Ein Sprecher sagte laut 'Bloomberg', dass die Beschaffungsbehörde der Armee derzeit nicht am Chip Fablab beteiligt ist. "Aus Sicht von Armasuisse kann dieses Projekt aber einen Beitrag zur Sicherheit der Schweiz leisten", so der Sprecher.



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